Wird das nächste Final Fantasy wieder rundenbasiert?

Der internationale Erfolg von Clair Obscur: Expedition 33 hat das Interesse an rundenbasierten Rollenspielen neu entfacht. Fans und Entwickler blicken gespannt auf die Reaktionen – und eine zentrale Frage steht plötzlich im Raum: Könnte auch die Final Fantasy-Reihe zu ihren rundenbasierten Wurzeln zurückkehren?

Die Diskussion wird nicht nur in Foren und Social-Media-Threads geführt, sondern auch in den Studios selbst. Allen voran Naoki Yoshida, Produzent von Final Fantasy XVI und eine der prägendsten Stimmen hinter der modernen Ausrichtung der Serie, hat sich mehrfach zum zukünftigen Kurs geäußert – und lässt überraschend viele Türen offen.

Die Renaissance der Rundenkämpfe?

In den vergangenen Jahren dominierten Echtzeit-Action und Hybrid-Systeme das Genre der japanischen Rollenspiele. Titel wie Final Fantasy XV, XVI oder Final Fantasy VII Remake zeigten, dass Square Enix mit modernem, actionorientiertem Gameplay neue Zielgruppen erreichen will – teils mit großem Erfolg.

Doch gleichzeitig wächst der Wunsch nach einer Rückbesinnung auf strategischere, langsamere Kampfmodelle. Games wie Persona 5, Octopath Traveler und zuletzt Expedition 33 zeigen, dass rundenbasierte Systeme weder veraltet noch kommerziell uninteressant sind. Im Gegenteil: Sie bieten Raum für Planung, Inszenierung und emotionale Fallhöhe, die in hektischen Echtzeitkämpfen oft verloren gehen.


Yoshidas Position: Alles ist möglich – aber nichts ist sicher

In aktuellen Interviews betont Naoki Yoshida, dass die Wahl des Kampfsystems kein isolierter Designentscheid sei. Vielmehr müsse das System zum Gesamtbild des Spiels passen – zur Story, zur Technik, zur Atmosphäre.

„Es geht nicht nur um Echtzeit oder Rundenkampf. Es geht darum, welches Erlebnis wir den Spielern geben wollen. Ein rundenbasiertes System kann genauso episch, emotional und immersiv sein – wenn es richtig umgesetzt wird.“

Yoshida macht dabei klar: Die Entscheidung liegt beim kreativen Leitungsteam jedes einzelnen Spiels. Es gibt keine vorgeschriebene Formel mehr für Final Fantasy – sondern eine Offenheit, die das Franchise künftig wieder vielfältiger machen könnte.

Wer bestimmt über das Kampfsystem?

Die Richtung eines neuen Final Fantasy-Titels hängt maßgeblich von den Visionen der Spielleitung ab – also Regisseuren, Autoren, Designern und Produzenten. Ob ein Projekt actionreich oder taktisch ausfällt, wird im Team entschieden und richtet sich nach dem gewünschten Gesamtkonzept.

Einflussfaktoren, die das Kampfsystem bestimmen:

Faktor Einfluss auf die Entwicklung
Erzählstruktur Rundenkämpfe bieten oft mehr Zeit für Dialoge und Emotion
Technische Möglichkeiten Action-Systeme profitieren von moderner Grafik, Partikeleffekten und dynamischer Musik
Zielgruppe & Marktfokus Junge Spieler bevorzugen Action, Veteranen tendieren zu Rundenkampf
Inspirationen aus der Branche Erfolge von Genre-Kollegen wie Persona oder Expedition 33 setzen Impulse
Fanfeedback Wunsch nach klassischer Mechanik kann Druck auf Entscheidungen ausüben

Mögliche Szenarien: Wie könnte ein rundenbasiertes Final Fantasy aussehen?

Ein modernes Final Fantasy mit rundenbasiertem Kampfsystem müsste zeitgemäß gedacht werden – also nicht als Rückschritt, sondern als Weiterentwicklung. Denkbare Ansätze:

  • Ein “Taktik-Final-Fantasy” im Stil von FF Tactics oder Triangle Strategy, aber mit AAA-Grafik
  • Ein Haupttitel mit klassischem ATB-System, ähnlich wie in FFX, jedoch erweitert um Positionierung, Kameraeinstellungen und Umgebungsinteraktion
  • Ein Split-Ansatz: Action-Gameplay in der Erkundung, rundenbasierte Gefechte in Kampfsequenzen
  • Ein experimenteller Spin-off-Titel, der als Testfeld für klassische Mechanik dient

Nachfrage aus der Community: Ein Wunsch, der lauter wird

Die Stimmen aus der Community sind eindeutig: Viele langjährige Fans wünschen sich zumindest ein Projekt, das wieder auf klassische Werte setzt. Die emotionale Tiefe, der strategische Anspruch und die ikonische Inszenierung vergangener Teile (z. B. FF VI, FF IX oder FF X) bleiben bis heute unvergessen.

Zwar muss Final Fantasy sich weiterentwickeln – doch eine Rückbesinnung auf vielfältige, parallel existierende Systeme könnte die Reihe für neue wie alte Zielgruppen gleichermaßen attraktiv machen.

Die Zukunft von Final Fantasy ist offen – vielleicht auch für Rundenkämpfe

Ob das nächste große Final Fantasy rundenbasiert wird, bleibt ungewiss – aber nicht ausgeschlossen. Yoshida und sein Team zeigen sich offen für neue (und alte) Wege. Und die Zeichen aus der Branche, vom Erfolg vergleichbarer Spiele bis hin zum lauter werdenden Fanwunsch, zeigen klar:

Der rundenbasierte Kampf ist nicht tot – er wartet nur auf sein großes Comeback. Vielleicht bei Final Fantasy. Vielleicht bald.

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Luca ist leidenschaftlicher Gamer, Tech-Enthusiast und seit 2023 fester Bestandteil des Redakteursteams bei gamer.org. Ob aktuelle AAA-Releases, Indie-Highlights oder tiefgründige Analysen zu Game-Design – Luca liefert fundierte Inhalte mit persönlicher Note. Besonders schlägt sein Herz für Action-Adventures, Soulslikes und alles rund um kompetitives Multiplayer-Gaming. Mit einem Blick für Details und einem Gespür für Trends bringt er komplexe Themen verständlich auf den Punkt. Neben Gaming interessiert er sich für Popkultur, Storytelling und die Zukunft der Spieleindustrie. Seine Reviews und Meinungen sind ehrlich, kritisch – und immer nah an der Community.

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