Die Ära der klassischen 2D-Action-Adventures ist zurück – und zwar mit voller Wucht. Am 17. Februar 2026 erschien Under the Island, ein liebevoll gestaltetes Indie-Spiel, das die Herzen von Retro-Fans höherschlagen lässt. Entwickelt vom deutschen Studio Slime King Games und veröffentlicht von Top Hat Studios, verspricht das Spiel eine Mischung aus Nostalgie und frischen Ideen. Doch kann das kleine Team aus fünf Personen wirklich mit den großen Vorbildern mithalten?
Die Geschichte: Seashell Island und das Geheimnis unter der Oberfläche
Die Handlung von Under the Island dreht sich um die Teenagerin Nia, die mit ihren Eltern auf die abgelegene Seashell Island zieht. Während ihre Eltern optimistisch in die Zukunft blicken, ist Nia alles andere als begeistert – schließlich muss sie ihre Freunde zurücklassen und sich auf einer Insel zurechtfinden, die drei Monate im Jahr komplett von der Außenwelt abgeschnitten ist.
Doch die Langeweile währt nicht lange: Beim Erkunden der Insel trifft Nia auf Avocado, ein einheimisches Mädchen, das einen mysteriösen Schrein bewacht. Als Nia aus Neugier den Schrein berührt, öffnet sich plötzlich ein Loch im Boden, und beide Mädchen stürzen in ein unterirdisches Höhlensystem. Dort erfahren sie von einem uralten Volk, den Volarians, dass die Insel zu sinken droht – es sei denn, vier magische Zahnräder werden gefunden und an ihren rechtmäßigen Platz zurückgebracht.
Was folgt, ist ein Abenteuer durch sechs verschiedene Regionen: von verschneiten Berggipfeln über kaktusbewachsene Wüsten bis hin zu dichten Dschungeln. Unterwegs begegnet Nia skurrilen Gegnern wie einer Armee von Zwiebelrittern (den sogenannten Tamanegi) und kotzenden Auberginen – Humor und Kreativität stehen hier klar im Vordergrund.
Gameplay: Klassisches Zelda-Feeling mit modernem Twist
Under the Island orientiert sich stark an Klassikern wie The Legend of Zelda: Link’s Awakening und The Minish Cap. Die Top-Down-Perspektive, die Dungeon-Struktur mit Schlüsseln, Karten und Bosskämpfen sowie die Kombination aus Kampf, Rätseln und Erkundung erinnern sofort an die goldene Ära der Game Boy Advance- und Super Nintendo-Spiele.
Doch statt eines Schwertes schwingt Nia einen Hockeyschläger – eine ungewöhnliche, aber charmante Wahl. Die Kampfmechanik ist simpel: Ein Knopfdruck führt eine Drei-Hit-Kombo aus, bestehend aus zwei Schlägen und einem Überkopfhieb. Der dritte Schlag schleudert Gegner zurück, was taktisch genutzt werden kann, aber auch Nia angreifbar macht. Erfahrene Spieler pausieren daher oft nach zwei Schlägen, um den Rhythmus beizubehalten.
Neben dem Hockeyschläger erhält Nia im Laufe des Spiels verschiedene Items:
- Feuerpflanze: Schießt Feuerbälle, die sich auf brennbare Objekte ausbreiten – ideal für Rätsel und Kämpfe.
- Bomben: Sprengen Hindernisse und können Gegner aus der Distanz besiegen.
- Leckerli-Beutel: Lockt Tiere an, die bei Rätseln helfen oder Schalter aktivieren.
- Trompete: Wird seltener eingesetzt, hat aber spezifische Anwendungen.
Die Items sind clever in die Spielwelt integriert und bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Besonders die Feuerpflanze sorgt für kreative Rätsel, bei denen Spieler Feuer strategisch ausbreiten müssen, um Schalter zu aktivieren oder Wege freizumachen.
Dungeons und Rätsel: Kreativität trifft auf Herausforderung
Die Dungeons in Under the Island sind das Herzstück des Spiels. Während die ersten Dungeons noch klassisch aufgebaut sind – mit Schlüsseln, verschlossenen Türen und einem zentralen Item – werden die späteren Abschnitte deutlich experimenteller. So müssen Spieler beispielsweise an einem Kochwettbewerb teilnehmen, bevor sie den Boss herausfordern dürfen, oder ein Picross-Rätsel mit der Schaufel lösen.
Die Rätsel sind kreativ, manchmal humorvoll und mit genug Herausforderung gewürzt, dass es sich lohnend anfühlt, durchzuhalten. Besonders hervorgehoben wird ein Sudoku-ähnliches Rätsel im vierten Dungeon, das Spieler wirklich zum Nachdenken anregt.
Die Bosskämpfe sind ebenfalls ein Highlight: Sie sind herausfordernd, mischen Mechaniken auf und bieten eine gute Balance zwischen Schwierigkeit und Spaß. Ein besonders witziger Bosskampf besteht darin, eine Horde von Fans davon abzuhalten, einen auftretenden Star auf der Bühne zu überrennen – eine humorvolle Abwechslung zu klassischen Endgegnern.
Grafik und Sound: Pixelkunst mit Herz
Visuell setzt Under the Island auf einen Pixel-Art-Stil, der an die Game Boy Advance-Ära erinnert, aber deutlich detaillierter und farbenfroher ist. Art Director Simone Grünewald hat eine lebendige, ausdrucksstarke Welt geschaffen, die trotz der geringen Pixelzahl voller Leben steckt. Die Charakterporträts sind besonders gelungen und verleihen den NPCs Persönlichkeit.
Die Musik stammt von einem Trio erfahrener Komponisten:
- Miyoko Takaoka (bekannt für Terranigma von 1995)
- Eddie Marianukroh (Komponist von Chained Echoes, 2022)
- Robert Kilpatrick (Musik für Born of Bread, 2023)
Der Soundtrack fängt perfekt die nostalgische Atmosphäre ein und lädt zum Weiterspielen ein, auch wenn die Tracks in klassischer Manier in Schleifen laufen.
Technische Performance: Smooth auf Switch 2, aber nicht fehlerfrei
Under the Island läuft auf der Nintendo Switch 2 mit butterweichen 60 FPS. Die Ladezeiten sind blitzschnell, und größere technische Probleme traten in den meisten Tests nicht auf.
Allerdings gibt es vereinzelt Bugs: Ein Soft-Lock-Bug beim Slime King Boss wurde gemeldet, bei dem der Boss nach einem Checkpoint-Reload verschwindet. Zudem können zerstörbare Objekte wie Vegetation verschwinden, wenn das Spiel pausiert wird – ein kleines, aber ärgerliches Problem. Es gibt auch Berichte über Probleme mit der Wegfindung und unklaren Hinweisen, die zu Frustration führen können.
Spielzeit und Umfang: Kompakt, aber gehaltvoll
Die Hauptstory von Under the Island lässt sich in etwa 7 bis 10 Stunden durchspielen, je nachdem, wie viel Zeit man mit Erkundung und Nebenquests verbringt. Wer alle Geheimnisse aufdecken möchte, kann die Spielzeit auf 15 bis 20 Stunden ausdehnen.
Zu den Sammelobjekten gehören:
- Heart Coins: Erhöhen die maximalen Lebenspunkte.
- Honig: Wird verwendet, um den Hockeyschläger zu verbessern.
- Crafting-Materialien: Holzstücke, Lauch, Kohle und mehr – allerdings wird das Sammeln dieser Items von einigen Spielern als zu grindig empfunden.
Die kompakte Spielzeit wird von vielen Testern positiv hervorgehoben, da das Spiel nie überstrapaziert und stets frisch bleibt.
Kritikpunkte: Steuerung, Kampfsystem und Barrierefreiheit
Trotz vieler Stärken hat Under the Island auch Schwächen. Die PC-Steuerung wird in mehreren Reviews kritisiert: Tasten können nicht neu belegt werden, die rechte Maustaste ist standardmäßig der “Bestätigen”-Button, und das versehentliche Drücken der Tab-Taste öffnet ein Cheat-Menü. Auf dem Controller spielt sich das Spiel deutlich besser.
Auch das Kampfsystem polarisiert: Während Bosskämpfe gelobt werden, sind normale Gegner oft frustrierend. Viele Feinde haben keinen zuverlässigen Hit-Stun oder Knockback, und einige telegrafieren ihre Angriffe nicht. Spieler berichten, dass sie Gegner oft einfach umgehen, anstatt zu kämpfen.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Barrierefreiheit: Die stilisierte Pixelschrift kann für Menschen mit Dyslexie schwer zu lesen sein.
Vergleich mit anderen Zelda-Likes: Wo steht Under the Island?
Under the Island reiht sich in eine lange Liste von Zelda-inspirierten Indie-Spielen ein, darunter Tunic, Death’s Door und Hyper Light Drifter. Im Vergleich zu diesen Titeln punktet Under the Island vor allem mit seinem Humor und seiner Zugänglichkeit. Während Spiele wie Tunic auf kryptische Rätsel und hohe Schwierigkeit setzen, bietet Under the Island ein entspannteres Erlebnis, das sich an ein breiteres Publikum richtet.
Allerdings fehlt es dem Spiel an der Politur und Tiefe, die Titel wie Death’s Door auszeichnen. Die technischen Probleme und das unausgewogene Kampfsystem verhindern, dass Under the Island in die oberste Liga der Zelda-Likes aufsteigt.
Launch-Rabatt und Verfügbarkeit: Jetzt zuschlagen und sparen
Under the Island ist seit dem 17. Februar 2026 für folgende Plattformen erhältlich:
- Nintendo Switch 2
- PlayStation 4 und PlayStation 5
- Xbox Series X|S
- PC (via Steam)
Der reguläre Preis beträgt 19,99 Euro. Bis zum 3. März 2026 gibt es im Nintendo eShop und auf Steam einen 15-prozentigen Launch-Rabatt, sodass das Spiel für nur 16,99 Euro erhältlich ist. Wer sich für das Spiel interessiert, sollte also schnell zugreifen.
Das Team hinter Under the Island: Passion trifft auf Erfahrung
Under the Island wurde von Slime King Games entwickelt, einem kleinen deutschen Studio, das von zwei ehemaligen Daedalic Entertainment-Entwicklern gegründet wurde. Das Team besteht aus nur fünf Personen:
- Simone Grünewald: Art Director
- Johannes Grünewald: Game Design und Programmierung
- Miyoko Takaoka, Eddie Marianukroh, Robert Kilpatrick: Komponisten
Die Tatsache, dass ein so kleines Team ein derart umfangreiches Spiel geschaffen hat, ist beeindruckend. Das Spiel zeigt, dass die Entwickler die Originale verstanden haben, um zu wissen, was noch funktioniert, aber sich nicht zu sehr auf Nostalgie verlassen und dort verbessern, wo es nötig ist.
Community-Reaktionen: Gemischte, aber überwiegend positive Bewertungen
Die Reaktionen der Community auf Under the Island sind gemischt, aber überwiegend positiv. Verschiedene Gaming-Portale vergeben Wertungen zwischen 2/5 und 9/10 Punkten.
Gelobt werden vor allem:
- Großartiges Level- und Rätseldesign
- Schwierige und spaßige Bosskämpfe
- Farbenfrohe Charaktere und lebendige Welt
- Tonnenweise Geheimnisse zum Entdecken
- Nostalgischer Charme mit modernen Verbesserungen
Kritisiert werden hingegen:
- Technische Bugs und Soft-Locks
- Frustrierendes Kampfsystem bei normalen Gegnern
- Unklare Wegfindung und fehlende Hinweise
- PC-Steuerung mit fehlenden Anpassungsoptionen
Fazit: Ein charmantes, aber unvollkommenes Abenteuer
Under the Island ist ein liebevoll gestaltetes Action-Adventure, das Retro-Fans und Zelda-Liebhaber gleichermaßen ansprechen wird. Die kreative Welt, die cleveren Rätsel und die humorvolle Präsentation machen das Spiel zu einem unterhaltsamen Erlebnis. Besonders auf der Nintendo Switch 2 läuft das Spiel hervorragend und bietet ein flüssiges, nostalgisches Spielerlebnis.
Allerdings verhindern technische Probleme, ein unausgewogenes Kampfsystem und gelegentliche Frustmomente, dass Under the Island sein volles Potenzial ausschöpft. Wer bereit ist, über diese Schwächen hinwegzusehen, wird mit einem charmanten Indie-Abenteuer belohnt, das zeigt, dass klassisches Game-Design auch heute noch funktioniert – wenn es mit Liebe zum Detail und frischen Ideen umgesetzt wird.
Für Fans von 2D-Action-Adventures ist Under the Island definitiv einen Blick wert – besonders zum aktuellen Rabattpreis von 16,99 Euro.
Tipps für Spieler: So meistert ihr Seashell Island
- Erkundet gründlich: Viele Geheimnisse und Heart Coins sind gut versteckt. Nutzt alle Items kreativ, um neue Bereiche zu entdecken.
- Pausiert nach zwei Schlägen: Der dritte Schlag der Kombo schleudert Gegner zurück und macht euch angreifbar. Pausiert nach zwei Hits, um den Rhythmus beizubehalten.
- Nutzt die Feuerpflanze: Sie ist nicht nur eine Waffe, sondern auch ein vielseitiges Werkzeug für Rätsel.
- Spielt mit Controller: Die PC-Steuerung ist suboptimal. Auf Konsolen oder mit einem Controller am PC spielt sich das Spiel deutlich besser.
- Speichert regelmäßig: Es gibt keine Auto-Saves, also nutzt die Speicherpunkte häufig, um Fortschrittsverluste zu vermeiden.