Wer ein Videospiel erwirbt, sollte auch das Recht dazu haben, es Jahrzehnte später noch spielen zu können. Für genau das kämpft die Initiative “Stop Killing Games”. Innerhalb der letzten Wochen hat die Kampagne einen immer größeren prominenten Zuspruch erhalten, vor allem von verschiedenen YouTubern.
Seine Unterschrift kann jeder noch bis zum 31. Juli 2025 in die Liste setzen, doch jetzt meldet sich ein Unterstützer zu Wort, dessen Zuspruch einen besonderen Stellenwert einnehmen dürfte. Die Rede ist hierbei von Nicolae Ștefănuță, dem Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments. Er habe nicht nur seinen Namen in der Petition hinterlassen, sondern würde sie auch offen unterstützen. Ștefănuță versteht die Spieler, denn auch er ist der Meinung, dass wenn jemand ein Game erwirbt, es sein Eigentum ist und nicht mehr das des Publishers.
Was genau sich hinter der Initiative “Stop Killing Games” verbirgt und von wem sie ins Leben gerufen wurde, haben wir bereits sehr detailliert erläutert. Gelingt es Ross Scott, bis zum 31. Juli 2025 eine Million Unterschriften zu sammeln, wird sie der EU-Kommission vorgelegt, die darüber entscheidet, wie Spiele-Publisher zukünftig mit dem Thema umgehen sollen. Noch ist etwas Zeit um die Petition ebenfalls zu unterstützen.
Gegenwind aus der Videospielindustrie
Seit Jahren etabliert die Industrie für Videospiele den Zustand, dass Spieler sich zur Nutzung eines Games online auf einem Server anmelden müssen. Was beim Multiplayer nachvollziehbar ist, entbehrt bei Singleplayer-Spielen jeglicher Grundlage. Trotzdem gehen immer mehr Publisher dazu über, die Zwangsverbindung durchzudrücken. Auf diesem Weg ist es für sie nach einer gewissen Zeit aber auch möglich, das Spiel praktisch unspielbar zu machen.
Eine andere Praktik, die binnen der letzten Jahre immer häufiger zu sehen ist, ist, dass verschiedene Spiele aus den Online-Bibliotheken verschwinden und somit nicht mehr für den Käufer zugänglich sind. Was für den einen an Missbrauch des Verbraucherschutzes grenzt, ist für die Videospielindustrie allerdings etwas anderes.
Auf die Petition reagierte diese nämlich mit Unverständnis. Natürlich schätze man die Leidenschaft der Spieler, man müsse als Publisher jedoch auch daran denken, dass die Aufrechterhaltung von Servern älterer Spiele irgendwann einfach nicht mehr wirtschaftlich rentabel ist und sie somit abgeschaltet werden müssen.
Spiele dauerhaft funktionsfähig zu halten, schränke zudem die Möglichkeiten der Entwickler ein und verursache unnötige Kosten.
Ziel wurde bereits erreicht
1,3 Millionen Unterschriften zählt die Kampagne “Stop Killing Games” bereits. Das Ziel ist also erreicht. Ob sich die Spieleindustrie dieser zukünftig beugen muss, bleibt abzuwarten. Fest steht auf jeden Fall: Sie sammelt nach wie vor Unterstützer, selbst wenn sie den wichtigsten Meilenstein bereits erreicht hat.