Steam Machine: Valve verspricht Hardware „so gut wie 70 Prozent aller Gaming-PCs” – Was steckt dahinter?

Die Ankündigung der neuen Steam Machine hat in der Gaming-Community für Aufsehen gesorgt. Valve verspricht einen kompakten Gaming-PC mit Konsolen-Feeling, der sechsmal leistungsstärker als das Steam Deck sein soll. Doch was bedeutet die Aussage, die Hardware sei „so gut wie 70 Prozent aller Gaming-PCs”? Und wie viel wird das Gerät kosten?

Valve lernt aus Fehlern: Der zweite Anlauf für die Steam Machine

Im Interview mit Adam Savage auf dessen YouTube-Kanal „Tested” gibt Yazan Aldehayyat, Hardwareingenieur bei Valve, tiefere Einblicke in die Entwicklung der neuen Steam Machine. „Wir haben aus den letzten zehn Jahren gelernt”, erklärt er. Die erste Steam Machine, die 2015 auf den Markt kam, war ein kommerzieller Misserfolg und wurde 2018 aus dem Steam-Store entfernt.

Diesmal setzt Valve auf die Erfahrungen mit dem erfolgreichen Steam Deck. „Wir haben auch eine Menge aus dem Steam Deck gelernt und glauben, dass wir jetzt alles haben, um unsere Vision Realität werden zu lassen”, so Aldehayyat. Die neue Steam Machine soll alle Steam-Titel spielen können und eine wirklich gute Gaming-Erfahrung bieten – und das zu einem erschwinglichen Preis.

Technische Daten: Was steckt in der Steam Machine?

Die Steam Machine basiert auf semi-custom AMD-Hardware und ist als kompakter Cube konzipiert, der problemlos unter den Fernseher passt. Die wichtigsten technischen Spezifikationen im Überblick:

  • CPU: Semi-custom AMD Zen 4 mit 6 Kernen und 12 Threads, bis zu 4,8 GHz
  • GPU: Semi-custom AMD RDNA3 mit 28 Compute Units, bis zu 2,45 GHz
  • RAM: 16 GB DDR5 + 8 GB GDDR6 VRAM
  • Speicher: Zwei Modelle mit 512 GB oder 2 TB NVMe SSD, erweiterbar per microSD-Karte
  • Anschlüsse: DisplayPort 1.4 (4K bei 240 Hz), HDMI 2.0 (4K bei 120 Hz), USB-A und USB-C
  • Betriebssystem: SteamOS 3 mit KDE Plasma Desktop

Die Hardware ist darauf ausgelegt, moderne PC-Spiele in 4K mit 60 FPS darzustellen, unterstützt durch AMDs FSR-Upscaling-Technologie. Mit einer Größe von etwa 15 x 16 x 15 cm und einem Gewicht von 2,6 kg ist die Steam Machine deutlich kompakter als herkömmliche Gaming-PCs.

Leistungsvergleich: Steam Machine vs. PlayStation 5 und Xbox Series X

Die Steam Machine positioniert sich leistungstechnisch zwischen aktuellen Konsolen und Mittelklasse-Gaming-PCs. Die CPU basiert auf der Zen-4-Architektur, die deutlich moderner ist als die Zen-2-Chips in PS5 und Xbox Series X. Das bedeutet bessere Single-Core-Performance und höhere Taktraten.

Bei der GPU-Leistung liegt die Steam Machine mit 28 Compute Units und RDNA3-Architektur etwa auf dem Niveau der PlayStation 5 (36 CUs, RDNA2). Die Xbox Series X (52 CUs, RDNA2) ist rein rechnerisch leistungsstärker, allerdings profitiert die Steam Machine von der neueren RDNA3-Architektur mit verbesserter Effizienz.

Ein entscheidender Vorteil der Steam Machine: Sie ist ein vollwertiger PC. Spieler können Windows installieren, Mods nutzen, auf ihre gesamte Steam-Bibliothek zugreifen und das Gerät auch für andere Aufgaben verwenden.

Die 70-Prozent-Aussage: Was bedeutet sie wirklich?

Aldehayyats Aussage, die Steam Machine sei „genauso gut, wenn nicht besser als 70 Prozent von dem, was die Leute daheim haben”, basiert auf den Steam Hardware Survey-Daten. Diese zeigen, dass ein Großteil der Steam-Nutzer mit veralteter Hardware spielt.

Laut den aktuellen Steam-Statistiken nutzen viele Spieler noch Grafikkarten wie die Nvidia GTX 1060 oder GTX 1650, die deutlich schwächer sind als die RDNA3-GPU der Steam Machine. Die Steam Machine würde also tatsächlich einen erheblichen Leistungssprung für einen Großteil der Steam-Nutzer bedeuten.

Preisprognose: Wie viel wird die Steam Machine kosten?

Valve hat noch keinen offiziellen Preis genannt, aber Aldehayyat gab einen wichtigen Hinweis: „Der Preis spielte auch eine Rolle dabei, welches Leistungslevel wir erreichen wollen.” Das Gerät soll erschwinglich sein, aber nicht zu Lasten der Leistung gehen.

Basierend auf den technischen Daten und Vergleichen mit ähnlicher Hardware schätzen Experten den Preis auf etwa 700 bis 900 Euro für das 512-GB-Modell. Das 2-TB-Modell dürfte zwischen 850 und 1.050 Euro kosten. Damit läge die Steam Machine preislich zwischen der PlayStation 5 Pro (799 Euro) und Mittelklasse-Gaming-PCs.

Im Interview mit Linus Tech Tips wurde außerdem deutlich, dass Valve die Steam Machine nicht wie eine Konsole subventionieren wird. Anders als Sony oder Microsoft wird Valve die Steam Machine zu einem Preis anbieten, der die Produktionskosten deckt.

Zielgruppe und Erscheinungsdatum

Die Steam Machine richtet sich an PC-Spieler, die eine kompakte Lösung für das Wohnzimmer suchen, sowie an Konsolenspieler, die in das PC-Gaming einsteigen möchten. Valve plant, die Steam Machine Anfang 2026 zu veröffentlichen. Genauere Informationen zu Preis und Verfügbarkeit sollen Anfang 2026 bekanntgegeben werden.

Community-Reaktionen: Zwischen Begeisterung und Skepsis

Die Reaktionen der Gaming-Community sind gemischt. Viele Spieler begrüßen Valves Vorstoß, eine kompakte PC-Lösung für das Wohnzimmer anzubieten. Allerdings gibt es auch Bedenken, dass die Steam Machine bei einem Preis von über 700 Euro zu teuer sein könnte, um mit Konsolen zu konkurrieren.

Für eine zukünftige Aufwertung des Artikels auf Gamer.org bietet sich an, nach dem Release der Steam Machine einen ausführlichen Test mit Benchmarks durchzuführen. Ebenfalls sinnvoll wäre ein Vergleichsartikel, der die Steam Machine direkt gegen PS5 Pro, Xbox Series X und Gaming-PCs in verschiedenen Preisklassen antreten lässt.

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Luca ist leidenschaftlicher Gamer, Tech-Enthusiast und seit 2023 fester Bestandteil des Redakteursteams bei gamer.org. Ob aktuelle AAA-Releases, Indie-Highlights oder tiefgründige Analysen zu Game-Design – Luca liefert fundierte Inhalte mit persönlicher Note. Besonders schlägt sein Herz für Action-Adventures, Soulslikes und alles rund um kompetitives Multiplayer-Gaming. Mit einem Blick für Details und einem Gespür für Trends bringt er komplexe Themen verständlich auf den Punkt. Neben Gaming interessiert er sich für Popkultur, Storytelling und die Zukunft der Spieleindustrie. Seine Reviews und Meinungen sind ehrlich, kritisch – und immer nah an der Community.

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