Star Wars: First Assault – Der totgeglaubte Multiplayer-Shooter ist zurück und kostenlos spielbar

Star Wars: First Assault galt seit 2012 als verloren – eingestellt noch vor dem Release, begraben unter Disneys Übernahme von Lucasfilm. Jetzt ist eine spielbare Beta-Version aufgetaucht, Modder haben den Shooter wiederbelebt und ermöglichen sogar Online-Multiplayer. Was steckt hinter dem Projekt, wie kam es zur Einstellung – und wie lange bleibt das Fenster offen?

 

Es gibt Videospiele, die nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken – und trotzdem in den Köpfen der Fans weiterleben. Star Wars: First Assault ist eines davon. Der Multiplayer-Shooter wurde im Geheimen entwickelt, nie offiziell angekündigt und 2012 im Zuge von Disneys Übernahme von Lucasfilm sang- und klanglos eingestellt. Über ein Jahrzehnt später taucht das Spiel plötzlich wieder auf: mit über 70 Minuten Gameplay-Material auf YouTube und einer spielbaren Version, die Fans sogar im Online-Modus ausprobieren können. Die Geschichte hinter diesem digitalen Geist ist so faszinierend wie die Welt, in der er spielt.

Spielprofil: Star Wars: First Assault auf einen Blick

Merkmal Details
Titel Star Wars: First Assault
Entwickler LucasArts (intern)
Genre Multiplayer-Shooter (Third-Person)
Geplante Plattform Xbox 360 (XBLA), PlayStation 3 (PSN)
Status Eingestellt (Oktober 2012, nach Disney-Übernahme)
Spielbare Version Unfertige Beta, via Discord-Community zugänglich
Gameplay-Video YouTube-Kanal „Unseen Halo – Corbin” (8. März 2026, 70+ Minuten)
Spielbare Map Tatooine (sandige Straßen, Team-Deathmatch)

Was war Star Wars: First Assault?

Star Wars: First Assault war ein ambitioniertes Projekt von LucasArts, das intern entwickelt wurde, ohne je offiziell angekündigt zu werden. Das Konzept: Ein kompakter Multiplayer-Shooter für Xbox Live Arcade und PlayStation Network, der sich spielerisch an Call of Duty orientierte – jedoch im ikonischen Star Wars-Universum angesiedelt war. Zwei Teams treten gegeneinander an, bewaffnet mit Blastern und Thermaldetonatoren, auf überschaubaren Maps wie den sandigen Straßen von Tatooine.

Lichtschwert-Action? Fehlanzeige. First Assault sollte bewusst bodenständig bleiben und den Fokus auf klassische Infanterie-Gefechte legen – ähnlich wie die beliebten Star Wars: Battlefront-Spiele, jedoch kompakter und für den digitalen Vertrieb optimiert. Intern galt das Projekt als Vorstufe zu einem größeren Battlefront-ähnlichen Titel, der folgen sollte, wenn First Assault erfolgreich war.

Die Disney-Übernahme 2012: Das Ende von LucasArts

Im Oktober 2012 kaufte Disney den Lucasfilm-Konzern für rund 4 Milliarden US-Dollar – eine der größten Übernahmen in der Unterhaltungsbranche. Mit dem Deal übernahm Disney nicht nur die Filmrechte an Star Wars und Indiana Jones, sondern auch das Spielestudio LucasArts. Die Konsequenzen für die Spielebranche waren dramatisch.

Im April 2013 schloss Disney LucasArts vollständig und entließ rund 150 Mitarbeiter. Gleichzeitig vergab Disney die exklusiven Star Wars-Spielelizenzen an Electronic Arts (EA) – ein Deal, der bis 2023 Bestand hatte und die Star Wars-Spielelandschaft für ein Jahrzehnt prägte. Zahlreiche Projekte, die sich in der Entwicklung befanden, wurden ohne Vorwarnung eingestellt.

Eingestellte Star Wars-Projekte nach der Disney-Übernahme

Projekt Genre Status
Star Wars 1313 Action-Adventure (Boba Fett) Eingestellt 2013, Trailer bekannt
Star Wars: First Assault Multiplayer-Shooter Eingestellt 2012/13, Beta aufgetaucht 2026
Star Wars: Battlefront III Third-Person-Shooter Eingestellt 2008 (Free Radical), nie erschienen
Star Wars: The Clone Wars – Lightsaber Duels 2 Fighting Game Eingestellt nach LucasArts-Schließung
Star Wars: Underworld (Spiel) Action-RPG Konzeptphase, nie weiterentwickelt

Zeitleiste: Von der Entwicklung bis zur Wiederentdeckung

  • 2011–2012: LucasArts entwickelt Star Wars: First Assault intern als XBLA/PSN-Titel
  • Oktober 2012: Disney kauft Lucasfilm für 4 Milliarden US-Dollar
  • April 2013: Disney schließt LucasArts, 150 Mitarbeiter entlassen, alle Projekte eingestellt
  • 2013–2025: First Assault gilt als verschollen, kaum öffentliche Informationen verfügbar
  • 8. März 2026: YouTube-Kanal „Unseen Halo – Corbin” veröffentlicht 70+ Minuten Gameplay
  • März 2026: Discord-Community ermöglicht spielbare Beta-Version im Online-Multiplayer

First Assault vs. Star Wars Battlefront: Ein Vergleich

Merkmal Star Wars: First Assault Star Wars: Battlefront (EA, 2015)
Perspektive Third-Person-Shooter First- und Third-Person
Spielerzahl Kleines Team-Format (kompakt) Bis zu 40 Spieler
Lichtschwert-Action Nicht vorhanden Heldencharaktere mit Lichtschwertern
Vertrieb Geplant als digitaler Download (XBLA/PSN) Retail + Digital
Preis Geplant als günstiger Arcade-Titel Vollpreistitel (60 Euro)
Erschienen Nein (eingestellt) Ja (November 2015)

So könnt ihr First Assault selbst spielen

Wer die spielbare Beta-Version von Star Wars: First Assault ausprobieren möchte, hat aktuell die Möglichkeit dazu – über einen Discord-Server der Fan-Community. Dort koordiniert ein Team von Moddern den Zugang zur unfertigen Spielversion und organisiert Online-Multiplayer-Sessions. Das Gameplay zeigt eine Map auf Tatooine, auf der sich zwei Teams mit Blastern und Thermaldetonatoren bekämpfen.

Wichtig zu wissen: Die verfügbare Version ist eine unfertige Beta. Grafische Fehler, unrunde Animationen und Performance-Probleme sind zu erwarten. Das Spiel ist weit davon entfernt, ein poliertes Endprodukt zu sein – aber es ist spielbar, und für Fans des Star Wars-Universums ist allein das eine Sensation.

Hinweis: Der Zugang zur spielbaren Version erfolgt über inoffizielle Kanäle. Interessierte sollten sich über den aktuellen Status auf dem Discord-Server informieren, da die Verfügbarkeit jederzeit enden kann.

Die rechtliche Grauzone: Wie lange bleibt das Fenster offen?

Die entscheidende Frage ist: Wie lange toleriert Disney dieses Projekt? Der Konzern ist bekannt dafür, Fanprojekte und inoffizielle Veröffentlichungen konsequent zu unterbinden – besonders wenn es sich um unveröffentlichtes, urheberrechtlich geschütztes Material handelt. Star Wars: First Assault wurde nie offiziell angekündigt, nie veröffentlicht und gehört vollständig Disney.

Die Modder-Community bewegt sich damit in einer rechtlichen Grauzone: Einerseits handelt es sich um ein Spiel, das nie existiert hat – andererseits ist das geistige Eigentum eindeutig Disneys. Vergleichbare Projekte wie das Fan-Remake von Star Wars: Battlefront III oder verschiedene KOTOR-Mods wurden in der Vergangenheit von Disney und EA mit Unterlassungsaufforderungen belegt. Die Chancen, dass First Assault langfristig zugänglich bleibt, stehen daher nicht gut.

Ein Fenster in die verlorene Geschichte der Star Wars-Spiele

Unabhängig davon, wie lange First Assault zugänglich bleibt, ist das Auftauchen dieser spielbaren Version ein bedeutendes Ereignis für die Gaming-Geschichtsschreibung. Es zeigt, was hätte sein können – und erinnert daran, wie viele ambitionierte Projekte durch Unternehmensübernahmen und strategische Neuausrichtungen für immer verloren gehen.

Star Wars 1313, First Assault, Battlefront III von Free Radical – die Liste der eingestellten Star Wars-Spiele ist lang und schmerzhaft. Jedes dieser Projekte repräsentiert Hunderte von Arbeitsstunden, kreative Visionen und Spielerlebnisse, die nie realisiert wurden. Dass die Community nun zumindest einen Blick auf First Assault werfen kann, ist ein kleiner, aber bedeutsamer Trost.

Einschätzung: Star Wars: First Assault ist mehr als ein kurioses Fundstück – es ist ein Zeitdokument. Wer die Geschichte der Star Wars-Spiele und die Folgen der Disney-Übernahme verstehen will, sollte sich das Gameplay-Video ansehen, solange es noch verfügbar ist. Und wer die Beta ausprobieren möchte: Jetzt ist der Moment.

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Luca ist leidenschaftlicher Gamer, Tech-Enthusiast und seit 2023 fester Bestandteil des Redakteursteams bei gamer.org. Ob aktuelle AAA-Releases, Indie-Highlights oder tiefgründige Analysen zu Game-Design – Luca liefert fundierte Inhalte mit persönlicher Note. Besonders schlägt sein Herz für Action-Adventures, Soulslikes und alles rund um kompetitives Multiplayer-Gaming. Mit einem Blick für Details und einem Gespür für Trends bringt er komplexe Themen verständlich auf den Punkt. Neben Gaming interessiert er sich für Popkultur, Storytelling und die Zukunft der Spieleindustrie. Seine Reviews und Meinungen sind ehrlich, kritisch – und immer nah an der Community.

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