Der Grafikkartenmarkt entwickelt sich für PC-Spieler erneut in die falsche Richtung. Die Preise der Nvidia-GeForce-RTX-50-Serie sind im US-Handel innerhalb von nur zwei Monaten teilweise massiv gestiegen. Besonders hart trifft es ausgerechnet Modelle der Mittelklasse: Eine RTX 5070 kostet im Median inzwischen rund 900 Dollar, während die RTX 5060 Ti mit 16 GB sogar um 39 Prozent zugelegt hat.
RTX 5060 Ti 16GB macht den größten Preissprung
Die aktuellen Zahlen basieren auf den gelisteten Angeboten bei Newegg und vergleichen die Medianpreise von Juni mit August 2026. Dabei geht es nicht um einzelne besonders teure Händlerangebote, sondern um den mittleren Preis der erfassten Modelle.
Am stärksten trifft es die GeForce RTX 5060 Ti mit 16 GB Speicher. Ihr Medianpreis stieg von 569,99 Dollar im Juni auf 804,99 Dollar im August. Das entspricht einer Erhöhung von rund 39 Prozent in nur zwei Monaten.
Damit entfernt sich die Karte immer weiter von ihrer ursprünglichen Positionierung als vergleichsweise erschwingliche Mittelklasse-GPU. Nvidia hatte die 16-GB-Version ursprünglich mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 429 Dollar eingeführt.
Der aktuelle Median liegt damit fast doppelt so hoch wie der damalige Listenpreis.
RTX 5070 nähert sich der 1.000-Dollar-Grenze
Kaum besser sieht es bei der GeForce RTX 5070 aus. Im Juni lag der Median noch bei 659,99 Dollar, inzwischen werden durchschnittlich 899,99 Dollar aufgerufen.
Das entspricht einem Anstieg von rund 36 Prozent.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung angesichts der ursprünglichen Preisempfehlung. Nvidia brachte die RTX 5070 für 549 Dollar auf den Markt. Damit war sie als obere Mittelklasse gedacht und sollte Spielern eine günstigere Alternative zu den deutlich teureren High-End-Modellen bieten.
Im aktuellen US-Markt nähert sich die Karte jedoch bereits der Marke von 1.000 Dollar. Damit erreicht sie Preisregionen, die noch vor wenigen Generationen klar leistungsstärkeren Modellklassen vorbehalten waren.
Selbst die RTX 5060 wird deutlich teurer
Auch am unteren Ende der RTX-50-Familie steigen die Preise. Die RTX 5060 kostete im Juni im Median rund 369,99 Dollar. Zwei Monate später sind es bereits 469,99 Dollar.
Das ergibt ein Plus von rund 27 Prozent.
Die RTX 5060 Ti mit 8 GB fällt mit einem Anstieg von 469,99 auf 529,99 Dollar etwas weniger extrem aus. Trotzdem verteuert sich auch dieses Modell um rund 13 Prozent.
Nur die RTX 5050 bleibt vergleichsweise stabil. Ihr Median stieg von 299,99 auf 314,99 Dollar und damit um ungefähr fünf Prozent.
Damit entsteht eine ungewöhnliche Situation: Gerade jene Karten, die sich an Spieler mit kleineren und mittleren Budgets richten, gehören aktuell zu den Modellen mit den stärksten Preisbewegungen.
Nicht jede RTX-50-Grafikkarte steigt gleich stark
Einige Modelle zeigen im gleichen Zeitraum wesentlich weniger Bewegung. Die RTX 5070 Ti lag im Juni wie im August bei einem Median von 1.099,99 Dollar.
Bei der RTX 5080 erhöhte sich der Wert lediglich von 1.461,99 auf 1.499,99 Dollar. Das entspricht ungefähr drei Prozent.
Allerdings bedeutet ein geringer prozentualer Anstieg nicht automatisch ein gutes Preisniveau. Beide Karten lagen bereits im Juni deutlich über ihren ursprünglichen Nvidia-Preisempfehlungen.
Die RTX 5080 startete offiziell bei 999 Dollar, während Nvidia für die RTX 5070 Ti ursprünglich 749 Dollar ansetzte.
RTX 5090 erreicht im Median fast 4.700 Dollar
Das extremste absolute Preisniveau bleibt der RTX 5090 vorbehalten. Der Median der erfassten Angebote erhöhte sich von 4.299,99 Dollar im Juni auf 4.699,99 Dollar im August.
Prozentual entspricht das zwar “nur” einem Plus von rund neun Prozent. Gegenüber dem ursprünglichen Listenpreis sieht die Situation aber deutlich drastischer aus.
Nvidia führte die RTX 5090 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.999 Dollar ein. Der aktuelle Median liegt damit mehr als doppelt so hoch.
Premium-Ausführungen verschiedener Boardpartner werden teilweise sogar noch teurer angeboten. Damit ist die schnellste Gaming-Grafikkarte von Nvidia für einen großen Teil der privaten Käufer praktisch zu einem Luxusprodukt geworden.
Die aktuellen Medianpreise im Überblick
| Grafikkarte | Juni 2026 | August 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| RTX 5050 | 299,99 $ | 314,99 $ | +5 % |
| RTX 5060 | 369,99 $ | 469,99 $ | +27 % |
| RTX 5060 Ti 8GB | 469,99 $ | 529,99 $ | +13 % |
| RTX 5060 Ti 16GB | 569,99 $ | 804,99 $ | +39 % |
| RTX 5070 | 659,99 $ | 899,99 $ | +36 % |
| RTX 5070 Ti | 1.099,99 $ | 1.099,99 $ | 0 % |
| RTX 5080 | 1.461,99 $ | 1.499,99 $ | +3 % |
| RTX 5090 | 4.299,99 $ | 4.699,99 $ | +9 % |
Die Werte beziehen sich auf Medianpreise bei Newegg in den USA. Sie bedeuten nicht, dass jede einzelne Grafikkarte zu exakt diesem Preis verkauft wird. Günstigere und deutlich teurere Varianten können gleichzeitig verfügbar sein.
KI-Boom und teurer Speicher setzen den Markt unter Druck
Für die steigenden Preise gibt es nicht nur einen einzelnen Grund. Ein wichtiger Faktor bleibt die enorme Nachfrage nach leistungsfähiger Hardware für KI-Anwendungen. Consumer-GPUs werden teilweise ebenfalls für lokale KI-Berechnungen eingesetzt und konkurrieren dadurch zusätzlich mit klassischen Gaming-Käufern.
Hinzu kommen steigende Speicherpreise. Die RTX-50-Serie verwendet überwiegend GDDR7, dessen Kosten einen zunehmenden Einfluss auf die Fertigung haben. Besonders Karten mit großen Speichermengen können davon stärker betroffen sein.
Gleichzeitig bleibt die verfügbare Stückzahl bestimmter Modelle begrenzt. Wenn besonders günstige Karten schnell ausverkauft sind, bleiben in Händlerlisten häufiger teurere Custom-Modelle übrig. Auch dadurch kann der Medianpreis steigen.
Die Zahlen bedeuten deshalb nicht, dass Nvidia seine offiziellen Listenpreise um bis zu 39 Prozent erhöht hat. Die ursprünglichen Preisempfehlungen bestehen weiterhin – nur sind entsprechende Karten zu diesen Preisen oft schwer erhältlich.
Selbst Nvidia verkauft einzelne Karten noch zur ursprünglichen UVP
Wie weit Marktpreis und offizieller Listenpreis inzwischen auseinanderliegen, zeigte zuletzt die QuakeCon 2026. Dort bot Nvidia begrenzte Stückzahlen der RTX 5070, RTX 5080 und RTX 5090 Founders Edition zu den ursprünglichen Einführungspreisen an.
Dass der Verkauf einer Grafikkarte zur normalen UVP inzwischen als besondere Aktion Aufmerksamkeit erzeugt, verdeutlicht die aktuelle Marktlage.
Für eine RTX 5090 bedeutete das beispielsweise 1.999 Dollar statt der mehr als 4.000 Dollar, die bei vielen regulären Angeboten inzwischen verlangt werden.
Das Problem ist die Verfügbarkeit. Solche Angebote sind begrenzt und repräsentieren nicht die Preise, mit denen Käufer im gewöhnlichen Onlinehandel überwiegend konfrontiert werden.
Deutsche Preise entwickeln sich nicht exakt gleich
Die ausgewerteten Daten stammen ausdrücklich aus den USA und lassen sich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen. Wechselkurse, Steuern, Lagerbestände und regionale Händlerstrukturen sorgen für unterschiedliche Entwicklungen.
Auch hierzulande gibt es allerdings eine erhebliche Spanne zwischen Nvidia-UVP und verfügbaren Custom-Modellen. Die Founders Edition einer RTX 5070 wird offiziell beispielsweise weiterhin deutlich günstiger geführt als zahlreiche sofort verfügbare Partnerkarten.
Wer derzeit eine Grafikkarte kaufen möchte, sollte deshalb stärker als üblich zwischen verschiedenen Händlern und Modellen vergleichen. Der ursprüngliche Listenpreis allein vermittelt kaum noch ein realistisches Bild davon, wie viel eine konkrete Karte tatsächlich kostet.
Besonders die Mittelklasse verliert an Attraktivität
Für PC-Spieler ist vor allem die Entwicklung von RTX 5060, RTX 5060 Ti und RTX 5070 problematisch. High-End-Grafikkarten waren schon immer teuer, doch Modelle der 60er- und 70er-Klasse bildeten traditionell den interessanteren Bereich für Gaming-PCs.
Genau dort steigen die Preise momentan am stärksten. Eine RTX 5070 für rund 900 Dollar oder eine RTX 5060 Ti 16GB für mehr als 800 Dollar verändert das Preis-Leistungs-Verhältnis erheblich.
Solange sich Angebot, Speicherpreise und Nachfrage nicht stabilisieren, dürfte der Grafikkartenkauf deshalb schwierig bleiben. Die Entwicklung im August zeigt jedenfalls deutlich: Mehr als ein Jahr nach dem Start der RTX-50-Generation bewegen sich viele Modelle nicht näher an ihre ursprünglichen Preise heran – sondern wieder deutlich davon weg.