Resident Evil Requiem startete am 27. Februar 2026 mit einem historischen Rekord: Innerhalb der ersten fünf Tage verkaufte sich der neunte Hauptteil der Survival-Horror-Reihe über fünf Millionen Mal – der schnellste Verkaufsstart in der Geschichte der Franchise. Auf Steam erreichte das Spiel einen Peak von 344.000 gleichzeitigen Spielern und übertraf damit alle Vorgänger. Doch auch nach diesem Traumstart arbeitet Capcom kontinuierlich an der Verbesserung des Spielerlebnisses. Mit Patch 1.12 steht nun bereits das dritte Update seit Launch bereit – und sorgt für Diskussionen.
Offizieller Changelog: Weniger ist mehr?
Wer auf der offiziellen Capcom-Updateseite nach Details zu Patch 1.12 sucht, wird enttäuscht: Der Eintrag vom 13. März 2026 beschränkt sich auf den lapidaren Hinweis, dass „kleinere Fehlerbehebungen implementiert” wurden. Keine konkreten Angaben, keine Liste behobener Bugs, kein Hinweis auf die betroffenen Plattformen. Dabei umfasst der Patch immerhin rund 500 Megabyte – für ein reines Stabilitäts-Update eine beachtliche Größe.
Capcom hat diese Kommunikationsstrategie bereits bei früheren Updates angewandt. Auch der erste große Patch vom 6. März 2026 enthielt laut offiziellen Patchnotes lediglich allgemeine Hinweise auf Fehlerbehebungen und Stabilitätsverbesserungen – obwohl er technisch deutlich umfangreicher war und unter anderem Path-Tracing-Probleme auf RTX-40- und RTX-50-GPUs adressierte.
Insider DetectiveSeeds liefert die echten Details
Für mehr Transparenz sorgte der bekannte Insider DetectiveSeeds auf dem Kurznachrichtendienst X. Laut seinen Informationen bietet Version 1.12 weit mehr als ein einfaches Bugfix-Paket. Im Einzelnen soll das Update folgende Bereiche abdecken:
- Allgemeine Fehlerbehebungen zur Verbesserung von Stabilität und Gameplay in Missionen und Kämpfen
- Performance-Optimierungen für Framerate-Einbrüche und gemeldete Optimierungsprobleme
- Fixes für Missionen und den Spielfortschritt
- Anpassungen an der Benutzeroberfläche (UI) und den Menüs
- Verbesserungen der Online-Stabilität
- Vorbereitungen für künftig angekündigte Zusatzinhalte
Besonders interessant ist der letzte Punkt: Laut DetectiveSeeds legt Patch 1.12 den technischen Grundstein für die von Capcom bereits angekündigten DLC-Inhalte – darunter ein Fotomodus, ein neues Minispiel sowie eine vollwertige Story-Erweiterung. Wann genau diese Inhalte erscheinen, ist bislang nicht bekannt.
Ein wichtiger Hinweis zur Einordnung: DetectiveSeeds ist in der Leak-Szene nicht unumstritten. Seine Informationen sollten daher mit der nötigen Portion Skepsis betrachtet werden, bis Capcom offizielle Bestätigung liefert.
Das Raytracing-Problem auf der PS5 Pro: Noch immer nicht gelöst
Schlechte Nachrichten für PS5-Pro-Besitzer: Das Raytracing-Problem, das mit Patch 1.11 aufgetaucht ist, bleibt auch nach Update 1.12 bestehen. Auf die direkte Frage eines Nutzers, ob Raytracing nun wieder aktiv sei, antwortete DetectiveSeeds knapp: „Noch nicht, in diesen Bereichen ist es weiterhin deaktiviert.”
Zur Einordnung: Mit dem Patch vom 4. März 2026 hatte Capcom das Ray Traced Global Illumination (RTGI) in bestimmten Bereichen von Raccoon City – konkret in Leons Außenbereichs-Abschnitten – deaktiviert. Hintergrund waren visuelle Artefakte, die durch den Denoiser des Raytracing-Systems in diesen grafisch anspruchsvollen Open-World-Segmenten entstanden. Statt den Denoiser zu verbessern, entschied sich Capcom für die schnellere Lösung: Raytracing in diesen Bereichen schlicht abzuschalten.
Digital Foundry: Klarer Rückschritt in der Bildqualität
Die renommierte Technik-Redaktion Digital Foundry analysierte die Auswirkungen des Patches ausführlich. Fazit von Analyst John Linneman: Die Deaktivierung des Raytracings in Raccoon City stellt einen deutlichen visuellen Rückschritt dar. Die Stadtstraßen, die zuvor durch realistische Reflexionen und dynamische Beleuchtung lebten, wirken nun flach und weniger atmosphärisch. Linneman kritisierte, dass Capcom keine Option zum manuellen Deaktivieren von Raytracing angeboten hat – eine elegantere Lösung, die Spielern die Wahl gelassen hätte.
Positiv zu vermerken: Außerhalb der betroffenen Raccoon-City-Außenabschnitte ist Raytracing weiterhin aktiv. Und die PS5-Pro-Exklusivfunktion PSSR (PlayStation Spectral Super Resolution) – in Resident Evil Requiem erstmals in der verbesserten Version eingesetzt – bleibt von den Änderungen unberührt und liefert weiterhin beeindruckende Upscaling-Ergebnisse.
Alle Updates seit Launch im Überblick
| Patch | Datum | Plattformen | Wichtigste Änderungen |
|---|---|---|---|
| Launch-Version | 27.02.2026 | PS5, Xbox Series X|S, PC, Switch 2 | Erstveröffentlichung |
| Patch 1.10 / 4. März | 04.03.2026 | PS5, Xbox, PC | Path-Tracing-Fixes (RTX 40/50), Upscaling-Fehler behoben, Fortschritts-Blocker gelöst |
| Patch 1.11 / 6. März | 06.03.2026 | PS5, Xbox, PC | Stabilitätsverbesserungen, Raytracing in Raccoon City (Außenbereich) deaktiviert |
| Patch / 9. März | 09.03.2026 | Nintendo Switch 2 | Fortschritts-Blocker behoben, allgemeine Spielbarkeitsverbesserungen |
| Patch 1.12 / 13. März | 13.03.2026 | PS5, Xbox, PC | Kleinere Fehlerbehebungen (offiziell); laut Insider: Performance, UI, Online-Stabilität, DLC-Vorbereitung |
Was steckt hinter RTGI – und warum ist es so wichtig?
Ray Traced Global Illumination (RTGI) ist eine Beleuchtungstechnik, die Lichtstrahlen physikalisch korrekt durch eine Spielwelt verfolgt. Das Ergebnis: realistische Reflexionen auf nassen Straßenbelägen, dynamische Schatten und eine atmosphärische Tiefe, die klassische Rasterisierung nicht erreichen kann. In Resident Evil Requiem sorgte RTGI besonders in den Raccoon-City-Außenabschnitten für beeindruckende visuelle Qualität – genau jene Bereiche, in denen Capcom das Feature nun deaktiviert hat.
Das Problem: RTGI erfordert einen sogenannten Denoiser, der das typische Rauschen des Raytracing-Prozesses glättet. In grafisch komplexen Open-World-Umgebungen stoßen aktuelle Denoiser-Algorithmen an ihre Grenzen – was zu sichtbaren Artefakten führt. Capcom entschied sich für die schnelle Lösung statt einer aufwendigen Denoiser-Optimierung. Ob und wann RTGI in den betroffenen Bereichen zurückkehrt, ist offen.
Community-Reaktionen: Zwischen Verständnis und Kritik
Die Reaktionen der Community fallen gespalten aus. Während einige Spieler die sauberere Bildqualität ohne Artefakte bevorzugen, kritisieren andere den visuellen Rückschritt. Ein Nutzer auf play3.de fasst die Stimmung treffend zusammen: „Patch 1.10 lief alles geschmeidig. Patch 1.11 – einfach Raytracing aus, man konnte nicht mal wählen.” Andere hingegen betonen, dass das Raytracing-Problem nur rund zehn Prozent der Gesamtspielzeit betrifft und das Spiel insgesamt weiterhin beeindruckend aussieht.
Einigkeit herrscht in einem Punkt: Eine manuelle Option zum Aktivieren oder Deaktivieren von Raytracing wäre die elegantere Lösung gewesen – und würde Spielern die Entscheidung überlassen, ob sie lieber auf Artefakte oder auf Bildqualität verzichten möchten.
DLC-Roadmap und nächste Updates
Capcom hat bereits bestätigt, dass sich eine Story-Erweiterung für Resident Evil Requiem in Entwicklung befindet. Hinzu kommen ein Fotomodus und ein neues Minispiel, deren Veröffentlichungstermine noch ausstehen. Laut Insider DetectiveSeeds legt Patch 1.12 bereits den technischen Grundstein für diese Inhalte – ein Hinweis darauf, dass die DLC-Veröffentlichung möglicherweise näher ist als gedacht.
Für PS5-Pro-Besitzer bleibt die Hoffnung, dass Capcom das Raytracing-Problem in einem künftigen Update grundlegend löst – idealerweise mit einer verbesserten Denoiser-Implementierung statt einer erneuten Deaktivierung. Resident Evil Requiem ist auf PS5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC erhältlich und bleibt trotz der aktuellen technischen Diskussionen eines der stärksten Spiele des Jahres 2026.