Red Dead Redemption PS5-Neuauflage im technischen Check: 60 FPS statt nativer 4K – lohnt sich das Upgrade?

Über 15 Jahre nach dem ursprünglichen Release kehrt Red Dead Redemption in technisch überarbeiteter Form auf moderne Konsolen zurück. Rockstar Games und Take-Two Interactive haben die Neuauflage des Western-Klassikers am 2. Dezember 2025 für PS5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC veröffentlicht. Die Version enthält neben dem Hauptspiel auch die legendäre „Undead Nightmare”-Erweiterung sowie sämtliche Bonusinhalte der Game-of-the-Year-Edition.

Doch wie stark fallen die versprochenen technischen und grafischen Verbesserungen tatsächlich aus? Eine ausführliche Analyse von ElAnalistaDeBits vergleicht die Versionen für PS4, PS5 und Switch 2 und zeigt, wo die Neuauflage punktet – und wo sie hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Auflösung: Kein natives 4K auf der PS5, sondern Upscaling

Einer der zentralen Punkte bei der technischen Überarbeitung ist die Auflösung. Während die PS4-Version von Red Dead Redemption noch in nativen 1080p (Full HD) lief, haben viele Spieler bei der PS5-Fassung auf native 4K gehofft. Diese Erwartung wurde jedoch nicht erfüllt.

Laut der Analyse von ElAnalistaDeBits rendert die PS5-Version das Spiel in einer durchschnittlichen nativen Auflösung zwischen 1440p und 1662p. Anschließend wird das Bild auf 4K (2160p) hochskaliert. Das bedeutet:

  • PS4: Native 1080p (1920 x 1080 Pixel)
  • PS5: Native ~1440p bis 1662p, hochskaliert auf 4K
  • Switch 2: Native 720p, hochskaliert auf 1440p

Für viele Spieler dürfte das enttäuschend sein, da die PS5 technisch durchaus in der Lage wäre, ein Spiel aus dem Jahr 2010 in nativer 4K-Auflösung darzustellen. Stattdessen setzt Rockstar auf eine Zwischenlösung, die zwar schärfer als 1080p ist, aber nicht die maximale Bildschärfe bietet, die moderne Hardware ermöglichen würde.

Framerate: Endlich stabile 60 FPS auf PS5 und Switch 2

Der wohl spürbarste Unterschied zwischen der alten und der neuen Version liegt in der Framerate. Während Spieler auf der PS4 mit 30 FPS Vorlieb nehmen mussten, laufen sowohl die PS5- als auch die Switch-2-Version mit stabilen 60 FPS.

Das bedeutet konkret:

  • Flüssigeres Gameplay: Bewegungen, Kamerafahrten und Schusswechsel wirken deutlich geschmeidiger.
  • Besseres Reaktionsvermögen: Gerade in actionreichen Szenen oder bei Präzisionsschüssen macht sich die höhere Bildwiederholrate positiv bemerkbar.
  • Moderneres Spielgefühl: 60 FPS sind heute Standard für Remasters und Neuauflagen – Red Dead Redemption zieht hier endlich nach.

Wichtig zu erwähnen: Die PS4-Version von 2023 erhielt einige Wochen nach Release ein 60-FPS-Update, das auf der PS5 via Abwärtskompatibilität nutzbar ist. Das bedeutet, dass Besitzer der PS4-Fassung bereits in den Genuss von 60 FPS kommen konnten – allerdings nur in 1080p und ohne die weiteren grafischen Verbesserungen der nativen PS5-Version.

Grafische Verbesserungen: Evolution statt Revolution

Neben Auflösung und Framerate hat Rockstar auch an verschiedenen grafischen Details geschraubt. Im direkten Vergleich zwischen PS4 und PS5 fallen folgende Optimierungen auf:

  • Detailgrad (Level of Detail, LOD): Objekte, Vegetation und Charaktermodelle werden auf größere Distanz detaillierter dargestellt.
  • Sichtweite: Die Render-Distanz wurde erhöht, sodass weiter entfernte Landschaften und Gebäude früher sichtbar werden.
  • Schatten: Die Schattenqualität wurde verbessert, insbesondere bei dynamischen Lichtquellen und in Innenräumen.
  • Texturen: Leichte Verbesserungen bei Boden-, Wand- und Kleidungstexturen, allerdings keine grundlegende Neugestaltung.

Trotz dieser Anpassungen lässt sich festhalten: Von einem echten Generationensprung kann keine Rede sein. Die Verbesserungen sind vorhanden und im direkten Vergleich sichtbar, aber sie fallen moderat aus. Wer ein vollständig neu aufgelegtes Spiel im Stil moderner Remakes wie The Last of Us Part I oder Demon’s Souls erwartet hatte, wird enttäuscht.

Vergleich PS5 vs. Switch 2: Überraschend ähnliche Performance

Besonders interessant ist der Vergleich zwischen PS5 und Nintendo Switch 2. Trotz des deutlichen Hardware-Unterschieds bietet die Switch-2-Version eine erstaunlich solide Erfahrung:

  • Auflösung: Native 720p, hochskaliert auf 1440p – für Handheld-Modus mehr als ausreichend
  • Framerate: Stabile 60 FPS, genau wie auf der PS5
  • Grafische Details: Reduziert im Vergleich zur PS5, aber für die Hardware-Klasse beeindruckend

Für Spieler, die Wert auf Mobilität legen, ist die Switch-2-Version damit eine echte Alternative – insbesondere, da sie die gleiche flüssige Framerate bietet wie die Heimkonsolen-Varianten.

Preis, Upgrade-Optionen und PS Plus-Verfügbarkeit

Die PS5-Version von Red Dead Redemption kostet im PlayStation Store 49,99 Euro. Für ein Remaster eines 15 Jahre alten Spiels ist das ein stolzer Preis, der in der Community für Diskussionen sorgt.

Positiv hervorzuheben:

  • Kostenloses Upgrade: Besitzer der PS4-Version können kostenlos auf die PS5-Fassung upgraden. Das ist fair und kundenfreundlich – insbesondere im Vergleich zu anderen Publishers, die für solche Upgrades oft Zusatzgebühren verlangen.
  • PS Plus Extra/Premium: Pünktlich zum Launch wurde die PS5-Version in den Spielekatalog von PS Plus Extra und Premium aufgenommen. Abonnenten können das Spiel damit ohne Zusatzkosten spielen.

Wer die PS4-Version noch nicht besitzt, kann diese gebraucht oft für 15 bis 20 Euro erwerben und anschließend das kostenlose Upgrade auf PS5 nutzen – eine deutlich günstigere Alternative zum Vollpreis.

Für wen lohnt sich die Neuauflage?

Die Frage, ob sich die PS5-Version von Red Dead Redemption lohnt, hängt stark von der individuellen Situation ab:

Lohnt sich für:

  • Neulinge: Wer Red Dead Redemption noch nie gespielt hat und Zugang zu PS Plus Extra/Premium hat, bekommt hier ein Meisterwerk des Western-Genres in der besten verfügbaren Konsolenversion.
  • Fans mit PS4-Version: Das kostenlose Upgrade auf 60 FPS und höhere Auflösung ist ein nettes Goodie, wenn man das Spiel ohnehin nochmal durchspielen möchte.
  • Sammler und Nostalgiker: Wer den Klassiker in bestmöglicher Form besitzen möchte, greift zur PS5-Fassung.

Weniger lohnenswert für:

  • Spieler, die das Spiel kürzlich durchgespielt haben: Die grafischen Verbesserungen sind zu gering, um einen erneuten Durchgang zu rechtfertigen.
  • Käufer zum Vollpreis ohne PS4-Version: 50 Euro für ein Remaster mit moderaten Verbesserungen sind schwer zu rechtfertigen, wenn man bedenkt, dass die PS4-Version mit 60-FPS-Patch auf der PS5 bereits gut läuft.
  • Erwartungen an ein vollständiges Remake: Wer auf der Suche nach einer grundlegenden grafischen Neugestaltung ist, wird enttäuscht.

Einordnung: Solides Remaster, aber kein technisches Wunderwerk

Die PS5-Version von Red Dead Redemption ist ein solides, aber unspektakuläres Remaster. Die 60 FPS machen das Spielerlebnis spürbar flüssiger, und die leicht verbesserte Grafik sorgt für ein etwas moderneres Erscheinungsbild. Allerdings bleibt das Spiel in seiner Präsentation klar in der PS3/Xbox-360-Ära verwurzelt.

Besonders die Entscheidung, auf natives 4K zu verzichten, dürfte viele Spieler verwundern. Technisch wäre das auf der PS5 problemlos machbar gewesen – stattdessen setzt Rockstar auf Upscaling, was zwar funktioniert, aber nicht die maximale Bildschärfe liefert.

Positiv hervorzuheben ist das kostenlose Upgrade für PS4-Besitzer sowie die Aufnahme in PS Plus Extra/Premium. Dadurch haben viele Spieler die Möglichkeit, den Klassiker ohne zusätzliche Kosten in verbesserter Form zu erleben.

Was bedeutet das für Red Dead Redemption 2?

Mit der Veröffentlichung der Red-Dead-Redemption-Neuauflage stellt sich unweigerlich die Frage: Wann kommt ein Remaster oder Next-Gen-Update für Red Dead Redemption 2? Der 2018 erschienene Nachfolger läuft auf PS5 und Xbox Series X|S bislang nur via Abwärtskompatibilität – ohne native Version, ohne 60-FPS-Modus, ohne erweiterte Grafikoptionen.

Insider und Branchenkenner spekulieren seit Monaten über ein mögliches Update, doch Rockstar hat sich bislang nicht offiziell dazu geäußert. Die Veröffentlichung der RDR1-Neuauflage könnte ein Testballon sein, um das Interesse der Community zu messen – oder schlicht eine Möglichkeit, mit vergleichsweise geringem Aufwand zusätzliche Einnahmen zu generieren.

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Luca ist leidenschaftlicher Gamer, Tech-Enthusiast und seit 2023 fester Bestandteil des Redakteursteams bei gamer.org. Ob aktuelle AAA-Releases, Indie-Highlights oder tiefgründige Analysen zu Game-Design – Luca liefert fundierte Inhalte mit persönlicher Note. Besonders schlägt sein Herz für Action-Adventures, Soulslikes und alles rund um kompetitives Multiplayer-Gaming. Mit einem Blick für Details und einem Gespür für Trends bringt er komplexe Themen verständlich auf den Punkt. Neben Gaming interessiert er sich für Popkultur, Storytelling und die Zukunft der Spieleindustrie. Seine Reviews und Meinungen sind ehrlich, kritisch – und immer nah an der Community.

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