Es ist kein Aprilscherz, auch wenn das Datum es vermuten lässt: Sony erhöht ab dem 2. April 2026 die Preise für seine gesamte PlayStation-5-Familie sowie den PlayStation Portal Remote Player. Die Erhöhung fällt mit jeweils 100 Euro bei den Konsolen besonders drastisch aus – und markiert bereits die dritte Preisanpassung seit dem Launch der PS5 im November 2020. Für viele Spielerinnen und Spieler ist das ein echter Schock, denn die klassische Erwartung, dass Konsolen im Laufe ihres Lebenszyklus günstiger werden, gilt in dieser Generation schlicht nicht mehr. Stattdessen kostet die PS5 Digital Edition heute 200 Euro mehr als beim Start – und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.
Die neuen Preise im Überblick: So viel kostet die PS5-Familie ab April 2026
Sony hat die neuen Preise offiziell über den PlayStation-Blog kommuniziert. Sie gelten weltweit und treten am 2. April 2026 in Kraft. Besonders hart trifft es Käufer in Europa: Alle drei Konsolenmodelle steigen um jeweils 100 Euro, der PlayStation Portal um 30 Euro.
| Produkt | Alter Preis (EU) | Neuer Preis ab 02.04.2026 | Erhöhung |
|---|---|---|---|
| PS5 mit Laufwerk | 549,99 € | 649,99 € | +100 € |
| PS5 Digital Edition | 499,99 € | 599,99 € | +100 € |
| PS5 Pro | 799,99 € | 899,99 € | +100 € |
| PlayStation Portal | 219,99 € | 249,99 € | +30 € |
Zum Vergleich: In den USA und Großbritannien gelten ähnliche Anpassungen. In den USA kostet die PS5 künftig 649,99 USD, die Digital Edition 599,99 USD und die PS5 Pro 899,99 USD. In Großbritannien steigen die Preise auf 569,99 GBP (PS5), 519,99 GBP (Digital) und 789,99 GBP (Pro). Japan zahlt umgerechnet ebenfalls deutlich mehr als bisher.
Die Preisentwicklung der PS5 seit 2020: Eine Generation im Aufwärtstrend
Was diese Preiserhöhung so besonders macht, ist der historische Kontext. Noch nie zuvor in der Geschichte der PlayStation-Konsolen sind die Preise im Verlauf eines Lebenszyklus so konsequent gestiegen statt gefallen. Die PS5 startete im November 2020 zu einem Preis, der für viele Käufer bereits ambitioniert war – und hat seitdem dreimal zugelegt.
| Zeitraum | PS5 mit Laufwerk | PS5 Digital Edition | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Launch Nov. 2020 | 499,99 € | 399,99 € | Startpreis |
| 1. Erhöhung Aug. 2022 | 549,99 € | 449,99 € | +50 € |
| 2. Erhöhung 2023/2025 | 549,99 € | 499,99 € | +50 € (Digital) |
| 3. Erhöhung ab 02.04.2026 | 649,99 € | 599,99 € | +100 € |
Das Ergebnis: Die PS5 mit Laufwerk kostet heute 150 Euro mehr als beim Launch. Die Digital Edition hat sich sogar um 200 Euro verteuert – das entspricht einer Steigerung von 50 Prozent gegenüber dem Einführungspreis. Wer 2020 auf einen Preisverfall gehofft und den Kauf aufgeschoben hat, zahlt heute deutlich mehr.
Warum Sony die Preise erhöht: RAM-Krise, Zölle und globaler Wirtschaftsdruck
Sony begründet die Entscheidung offiziell mit dem „anhaltenden Druck auf die globale Wirtschaftslage”. Das klingt nach einer Standardformulierung, hat aber einen realen Kern. Mehrere Faktoren treiben die Produktionskosten für Konsolenhardware aktuell massiv in die Höhe:
- RAM- und Speicherkrise: DRAM-Bausteine (in der PS5 als GDDR6-Speicher verbaut) und NAND-Flash-Chips für SSDs haben sich im Jahresvergleich um über 170 Prozent verteuert. Der Haupttreiber ist der KI-Boom: Rechenzentren und Cloud-Anbieter konkurrieren massiv um dieselben Speicherkomponenten, die auch in Konsolen stecken.
- Importzölle: Die USA haben 2025 und 2026 neue Einfuhrzölle auf Elektronikprodukte eingeführt. Da PS5-Konsolen teilweise in China gefertigt werden, treffen diese Abgaben Sony direkt.
- Allgemeine Inflation: Energie, Logistik, Löhne und Transport haben sich seit 2020 in nahezu allen relevanten Märkten erheblich verteuert.
- Währungsverschiebungen: Der Yen hat gegenüber Euro und Dollar an Wert verloren, was Sonys internationale Kalkulationen zusätzlich belastet.
Sony-Vizepräsidentin Isabelle Tomatis schrieb im offiziellen PlayStation-Blog: „Wir wissen, dass Preisänderungen Auswirkungen auf unsere Community haben, und nach sorgfältiger Abwägung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass dies ein notwendiger Schritt ist.” Konkrete Zahlen zu Produktionskosten nannte Sony nicht – Branchenbeobachter füllen diese Lücke jedoch mit belastbaren Daten.
PS5 Pro für 900 Euro: Wo liegt die Schmerzgrenze?
Besonders die PS5 Pro sorgt für Diskussionen. Mit einem neuen Preis von 899,99 Euro kratzt sie an der psychologisch bedeutsamen 1.000-Euro-Marke. Rechnet man optionales Zubehör hinzu – ein externes Laufwerk, ein zweiter DualSense-Controller, ein Headset oder eine Speichererweiterung – ist diese Grenze schnell überschritten. Für viele Spielerinnen und Spieler fühlt sich das nicht mehr wie eine Spielekonsole an, sondern wie ein Premium-Gerät im Segment hochwertiger Unterhaltungselektronik.
Gleichzeitig zeigt die Marktreaktion: Kurz nach der Ankündigung der Preiserhöhung kam es bei mehreren Händlern zu Ausverkäufen der PS5 Pro. Viele Käufer sicherten sich die Konsole noch zum alten Preis – ein klares Signal, dass die Nachfrage trotz hoher Preise vorhanden ist. Sony dürfte das als Bestätigung seiner Strategie werten.
Was bedeutet das für Käufer vor GTA 6?
Ein zentrales Thema in der Community ist der bevorstehende Release von GTA 6. Viele Spieler hatten den Kauf einer PS5 oder PS5 Pro bewusst auf diesen Zeitpunkt verschoben – in der Hoffnung, bis dahin von günstigeren Preisen oder attraktiven Bundles zu profitieren. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen. Wer jetzt noch wartet, zahlt ab dem 2. April 2026 mindestens 100 Euro mehr.
Für Sony ist das strategisch nicht unklug: Ein Mega-Release wie GTA 6 kann enorme Hardware-Nachfrage auslösen, selbst bei hohen Einstiegspreisen. Wer das „beste Erlebnis” für den größten Titel der Generation will, ist psychologisch eher bereit, den Aufpreis zu akzeptieren. Analysten warnen jedoch, dass zu hohe Einstiegspreise die Installationsbasis bremsen und damit auch den Softwaremarkt belasten könnten.
Signalwirkung für Xbox, Switch 2 und die gesamte Branche
Die Entscheidung Sonys hat Signalwirkung weit über PlayStation hinaus. Mehrere Analysten haben bereits darauf hingewiesen, dass auch bei Xbox Series X/S und der Nintendo Switch 2 mit weiteren Preisanpassungen zu rechnen sei. Microsoft hatte seine Xbox-Preise bereits im vergangenen Jahr um 50 Euro angehoben. Nintendo startete mit der Switch 2 ohnehin nicht im Einstiegssegment.
Der Trend ist eindeutig: Konsolen-Gaming wird teurer. Die Ära der 300- bis 400-Euro-Konsole als Massenmarktprodukt scheint strukturell zu Ende zu gehen. Wer in Zukunft auf aktueller Hardware spielen möchte, muss sich auf Preise einstellen, die früher dem High-End-PC-Segment vorbehalten waren.
Was kostet die PS6? Insider und Analysten geben Ausblick
Die naheliegende Folgefrage lautet: Was bedeutet diese Entwicklung für die nächste Konsolengeneration? Analysten rechnen damit, dass eine PS6 oder eine neue Xbox-Generation die 1.000-Euro-Marke durchbrechen könnte – insbesondere wenn die RAM-Krise anhält und Zölle weiter steigen.
Etwas optimistischer ist der bekannte Hardware-Leaker Kepler_L2: Er schätzt die Produktionskosten einer PS6 ohne optisches Laufwerk und mit 1-TB-SSD auf rund 760 US-Dollar. Sollte Sony die Hardware subventionieren, wäre laut Kepler_L2 sogar ein Verkaufspreis von 699 US-Dollar möglich. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass sich die Speicherpreise langfristig stabilisieren – erste Anzeichen dafür gibt es, aber eine Entwarnung ist noch nicht in Sicht.
Für wen lohnt sich der Kauf jetzt noch – und für wen nicht?
- Sofort kaufen sinnvoll: Wer ohnehin eine PS5 oder PS5 Pro kaufen wollte und noch Restbestände zum alten Preis findet, sollte jetzt handeln. Die Preise werden nicht mehr sinken.
- Abwarten möglich: Wer keine dringende Kaufabsicht hat und auf GTA 6 oder andere Systemseller wartet, kann abwarten – muss aber den höheren Preis einkalkulieren.
- Gebrauchtmarkt als Alternative: Gebrauchte PS5-Konsolen werden durch die Preiserhöhung attraktiver. Wer bereit ist, auf Garantie zu verzichten, findet hier noch Schnäppchen.
- PS5 Pro für Einsteiger: Bei 899,99 Euro ist die PS5 Pro für Neueinsteiger kaum zu empfehlen. Die Standard-PS5 bietet für die meisten Spieler ein ausreichendes Erlebnis zu einem deutlich niedrigeren Preis.
PlayStation Portal: Streaming-Handheld wird zum Luxusartikel
Auch der PlayStation Portal bleibt von der Erhöhung nicht verschont. Mit 249,99 Euro ist der Remote-Player zwar nominell günstiger als die Konsolen, aber für ein reines Streaming-Gerät ohne eigenständige Spielebibliothek ist das kein Spontankauf mehr. Der Portal setzt eine PS5 voraus und funktioniert nur im Heimnetzwerk oder über Remote Play – wer also bereits 649,99 Euro für die Konsole ausgibt, zahlt für das vollständige Erlebnis schnell über 900 Euro.
Konsolenmarkt im Wandel: Das Ende der erschwinglichen Gaming-Hardware?
Die Preiserhöhung ist mehr als eine wirtschaftliche Notwendigkeit – sie ist ein Symptom eines strukturellen Wandels. Konsolen waren jahrzehntelang das günstigste Einstiegsticket in die Welt des modernen Gamings. Dieses Versprechen bröckelt. Wenn eine Standard-Spielekonsole 650 Euro kostet und das Premium-Modell fast 900 Euro, verschwimmt die Grenze zwischen Konsole und High-End-PC zunehmend.
Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Abonnementdiensten wie PlayStation Plus, Game Pass oder Nintendo Switch Online. Sony und Microsoft verdienen immer mehr über digitale Services – und könnten Hardware langfristig stärker subventionieren, wenn die Ökosystembindung stimmt. Ob das die Preise wieder senkt oder nur die Abhängigkeit von Abos erhöht, bleibt abzuwarten. Für Spielerinnen und Spieler ist klar: Die Zeiten, in denen man eine Konsole für unter 400 Euro kaufen und jahrelang günstig spielen konnte, sind vorerst vorbei.