Prison of Husks: Diese Steam-Demo überzeugt sogar Soulslike-Skeptiker

Soulslikes haben es bei vielen FromSoftware-Fans schwer. Sobald Kamera, Steuerung, Levelaufbau und düstere Atmosphäre zu stark an Dark Souls, Demon’s Souls oder Sekiro erinnern, entsteht schnell der Eindruck einer Kopie, die zwar nah dran ist, aber nicht denselben Reiz entfaltet. Genau in diese schwierige Kategorie fällt auf den ersten Blick auch Prison of Husks.

Doch die aktuell auf Steam verfügbare Demo scheint genau diesen Vergleich erstaunlich gut zu überstehen. Das Spiel von Glass Head Dolls setzt zwar klar auf bekannte Souls-Elemente, schafft es aber durch seine PS1-Retro-Optik, den ungewöhnlichen Ton und ein stärker auf Paraden ausgelegtes Kampfsystem, eine eigene Identität aufzubauen.

PS1-Optik trifft auf Demon’s-Souls-Stimmung

Der erste große Unterschied liegt in der Präsentation. Prison of Husks setzt konsequent auf einen Retro-Stil, der nicht nur oberflächlich nach PlayStation 1 aussieht, sondern mit mehreren Details diesen Eindruck verstärkt. Dazu gehören ein erzwungenes 4:3-Bildformat, eine Standardauflösung von 640×480 und klobige Menüs, die bewusst an alte Konsolenzeiten erinnern.

Gerade dadurch wirkt der Look nicht wie ein schnell aufgesetzter Indie-Filter, sondern wie eine klare ästhetische Entscheidung. Hinter dieser rauen Oberfläche erinnert Prison of Husks atmosphärisch an Demon’s Souls und frühe Dark-Souls-Gebiete. Graue, hohe gotische Strukturen, eine verfallene Welt und kryptische Andeutungen über Flüche und verlorene Seelen bestimmen den Ton.

Spieler übernehmen offenbar die Rolle einer umherirrenden Seele, die lebensgroße Puppenautomaten übernimmt. Oder anders gesagt: Man spielt weniger eine klassische Heldengestalt, sondern eine Art beseelte Hülle in einer Welt, die bereits tief im Verfall steckt.

Das Kampfsystem erinnert stärker an Sekiro

Während die Umgebung eher Demon’s Souls und Dark Souls 1 heraufbeschwört, orientiert sich das Kampfsystem stärker an Sekiro. Besonders auffällig ist der Fokus auf präzise Blocks und Paraden. Wer Angriffe im richtigen Moment abwehrt, kann gefährliche Gegner kontrollieren und sich einen Vorteil verschaffen.

Die Demo zeigt dabei bereits, dass Prison of Husks ein gutes Gefühl für Nahkampf entwickeln will. Besonders Mini-Bosse laden dazu ein, Angriffe immer wieder zu lesen, Paraden zu üben und den richtigen Rhythmus zu finden. Genau dieser Lernprozess gehört zu den größten Stärken guter Soulslikes.

Ganz perfekt wirkt das System laut ersten Eindrücken noch nicht. Teilweise scheint das Zeitfenster nach einer gelungenen Parade etwas zu knapp zu sein, um wirklich befriedigend zu kontern. Auch die klare Rückmeldung eines Sekiro-Stagger-Systems erreicht Prison of Husks bisher nicht. Trotzdem fühlt sich der Kampf bereits stärker an als bei vielen anderen Spielen, die sich an FromSoftware orientieren.

Weniger RPG, mehr Action und Erkundung

Interessant ist auch, dass Prison of Husks offenbar nicht versucht, ein komplettes klassisches Souls-RPG nachzubauen. Die Demo wirkt stärker auf Action und Erkundung ausgerichtet. Ausrüstung spielt eine Rolle, doch ein komplexes Klassen-, Level- oder Statuswertsystem steht bislang nicht im Vordergrund.

Stattdessen scheint die Charakterentwicklung stärker über Waffen und unterstützende Accessoires zu laufen. Das könnte dem Spiel helfen, seinen eigenen Rhythmus zu finden. Viele Soulslikes übernehmen zu viele Systeme gleichzeitig und verlieren sich dann in Zahlen, Builds und Menüs. Prison of Husks wirkt bislang fokussierter.

Gerade diese Reduktion könnte ein Vorteil sein. Wenn das Spiel seine Stärken in Atmosphäre, Leveldesign und direktem Kampffeedback findet, muss es nicht jede Mechanik von Dark Souls kopieren, um interessant zu bleiben.

Läuft offenbar gut auf Steam Deck

Ein weiterer Pluspunkt: Prison of Husks soll bereits in der Demo gut auf dem Steam Deck laufen. Das ist trotz der bewusst altmodischen Grafik keine Selbstverständlichkeit. Nicht jedes Retro-inspirierte Indie-Spiel ist automatisch sauber für Valves Handheld optimiert.

Das 4:3-Bildformat passt zudem überraschend gut zum 16:10-Display des Steam Decks. Wer Soulslikes gerne mobil spielt, dürfte die Demo deshalb problemlos ausprobieren können.

Ein Soulslike mit eigener Stimme

Prison of Husks muss sich zwangsläufig mit den großen Vorbildern messen lassen. Kamera, düstere Welt, Paraden und kryptische Atmosphäre machen den Vergleich mit FromSoftware fast unvermeidbar. Der entscheidende Punkt ist aber, dass das Spiel nicht nur nachahmt.

Die Mischung aus PS1-Ästhetik, Puppenkörpern, verfluchter Welt, Sekiro-artigem Parieren und bewusst schlankerem Progressionssystem gibt Prison of Husks schon in der Demo eine eigene Note. Für Spieler, die bei Soulslikes außerhalb von FromSoftware normalerweise skeptisch sind, könnte genau das den Unterschied machen.

Prison of Husks soll noch in diesem Jahr erscheinen. Die Demo ist bereits auf Steam verfügbar und dürfte besonders für Fans interessant sein, die düstere Action, Retro-Horror und präzises Nahkampf-Timing mögen.

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Luca ist leidenschaftlicher Gamer, Tech-Enthusiast und seit 2023 fester Bestandteil des Redakteursteams bei gamer.org. Ob aktuelle AAA-Releases, Indie-Highlights oder tiefgründige Analysen zu Game-Design – Luca liefert fundierte Inhalte mit persönlicher Note. Besonders schlägt sein Herz für Action-Adventures, Soulslikes und alles rund um kompetitives Multiplayer-Gaming. Mit einem Blick für Details und einem Gespür für Trends bringt er komplexe Themen verständlich auf den Punkt. Neben Gaming interessiert er sich für Popkultur, Storytelling und die Zukunft der Spieleindustrie. Seine Reviews und Meinungen sind ehrlich, kritisch – und immer nah an der Community.

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