Faker jagt bei den Asian Games 2026 erneut Gold für Südkorea

Lee “Faker” Sang-hyeok steht vor seinem dritten Auftritt bei den Asian Games. Der League-of-Legends-Star reist als amtierender Goldmedaillengewinner mit Südkorea nach Aichi-Nagoya und macht aus seinem Ziel keinen Hehl: Der Titel soll verteidigt werden. Trotz hoher Erwartungen sieht Faker den Druck dabei eher als zusätzliche Motivation.

Dritte Asian Games in Folge für Faker

Für Faker ist Aichi-Nagoya bereits die dritte Teilnahme an den Asian Games.

2018 gehörte League of Legends bei den Spielen in Jakarta und Palembang noch zum Demonstrationsprogramm. Südkorea erreichte damals das Finale, musste sich dort jedoch China geschlagen geben und holte Silber.

Bei den Asian Games 2023 in Hangzhou war Esport erstmals regulärer Medaillenwettbewerb. Dieses Mal setzte sich Südkorea durch und gewann Gold.

2026 bekommt Faker nun die Gelegenheit, seinen Titel zu verteidigen.

Damit gehört er zu den wenigen League-of-Legends-Profis, die über drei aufeinanderfolgende Asian Games hinweg Teil einer Nationalmannschaft waren.

Faker empfindet Erwartungen nicht als Belastung

Bei einer offiziellen Verabschiedungsveranstaltung in Seoul sprach Faker über den Druck, der mit seiner erneuten Nominierung verbunden ist.

Der T1-Midlaner machte deutlich, dass er die hohen Erwartungen der südkoreanischen Öffentlichkeit nicht als Belastung empfindet.

Vielmehr motiviere ihn die Verantwortung zusätzlich.

Für Faker besitzt die Teilnahme auch eine Bedeutung, die über ein gewöhnliches League-of-Legends-Turnier hinausgeht. Bei den Asian Games tritt er nicht für einen Esport-Klub wie T1 an, sondern repräsentiert offiziell sein Heimatland.

Entsprechend bezeichnete er die dritte Nominierung als Ehre und betonte, wie wichtig es für ihn sei, den Erwartungen gerecht zu werden.

Südkorea schickt erneut einen Star-Kader

Das südkoreanische Aufgebot gehört erwartungsgemäß zu den stärksten Line-ups des Turniers.

Zum Kader gehören:

  • Top: Zeus
  • Jungle: Canyon
  • Mid: Faker
  • Mid: Zeka
  • Bot: Gumayusi
  • Support: Keria

Cheftrainer ist Kang “Hirai” Dong-hoon.

Damit vereint die Nationalmannschaft Spieler aus mehreren der stärksten koreanischen Organisationen.

Besonders auffällig ist die Wiedervereinigung von Zeus, Faker, Gumayusi und Keria. Die vier spielten bereits gemeinsam bei T1 und gehörten zum berühmten ZOFGK-Kader.

Lediglich Oner fehlt für eine vollständige Wiedervereinigung des damaligen Line-ups. Auf der Jungle-Position setzt Südkorea stattdessen auf Canyon.

Faker und Zeka teilen sich die Midlane

Anders als bei einer normalen Klubmannschaft besitzt Südkorea zwei nominelle Midlaner.

Neben Faker gehört auch Zeka zum Kader.

Dadurch verfügt das Trainerteam über zusätzliche taktische Möglichkeiten.

Welcher Spieler in den entscheidenden Begegnungen startet, dürfte unter anderem von Gegner, Meta und vorbereitetem Draft abhängen.

Eine ähnliche Situation gab es bereits 2023.

Damals standen sowohl Faker als auch Chovy im koreanischen Aufgebot. Im späteren Turnierverlauf übernahm Chovy einen Großteil der Spielzeit und spielte auch im Finale.

Faker gewann die Goldmedaille trotzdem als reguläres Mitglied des Kaders.

Auch der Trainerstab ist prominent besetzt

Nicht nur bei den Spielern setzt Südkorea auf Erfahrung.

Hinter dem Team steht ein umfangreicher Analystenstab mit mehreren ehemaligen Profis.

Dazu gehören unter anderem Deft, Rascal und Khan.

Die früheren Topspieler sollen das Team bei Vorbereitung, Drafting und Gegneranalyse unterstützen.

Cheftrainer Hirai erklärte, man habe gezielt Personen ausgewählt, die für ihre jeweiligen Rollen bereits umfangreiche Erfahrung besitzen und gleichzeitig zur Kommunikation innerhalb der Mannschaft beitragen können.

Gerade bei einem Nationalteam ist diese Vorbereitung wichtig.

Anders als etablierte Klubmannschaften trainieren die Spieler nicht das gesamte Jahr miteinander und müssen innerhalb einer relativ kurzen Vorbereitungsphase funktionierende Abläufe entwickeln.

China nimmt diesmal nicht teil

Der größte Unterschied zu den vergangenen beiden Asian Games ist die Abwesenheit Chinas.

China war 2018 Goldmedaillengewinner und 2023 einer der größten Konkurrenten Südkoreas.

In Hangzhou trafen beide Nationen bereits im Halbfinale aufeinander. Südkorea gewann die Serie und setzte sich anschließend im Endspiel gegen Chinese Taipei durch.

Bei den Asian Games 2026 wird China jedoch nicht am League-of-Legends-Wettbewerb teilnehmen.

Damit fällt einer der offensichtlichsten Titelrivalen weg.

Für Trainer Hirai ändert das nach eigener Aussage jedoch nichts am Ziel. Südkorea wolle unabhängig vom Gegner mit einer überzeugenden Leistung Gold gewinnen.

Taiwan gilt als gefährlichster Konkurrent

Ohne China richtet sich der Blick besonders stark auf Taiwan beziehungsweise Chinese Taipei.

Das Team verfügt erneut über mehrere Spieler mit Erfahrung in großen asiatischen Ligen.

Insbesondere die Kombination aus Jungle und Midlane wird vom koreanischen Trainerstab als gefährlich eingestuft.

Hinzu kommen Spieler, die in der chinesischen LPL aktiv sind und entsprechend regelmäßig gegen internationale Topkonkurrenz antreten.

Südkorea nimmt den Gegner deshalb trotz der eigenen Favoritenrolle ernst.

Schon 2023 erreichte Chinese Taipei das Finale und gewann Silber.

2023 holte Südkorea erstmals LoL-Gold

Die Goldmedaille von Hangzhou besitzt für Südkorea eine besondere Bedeutung.

2018 hatte China den ersten großen Asian-Games-Wettbewerb in League of Legends gewonnen, wobei Esport damals noch nicht als offizieller Medaillenwettbewerb gewertet wurde.

2023 änderte sich der Status.

League of Legends war erstmals Teil des regulären Medaillenprogramms.

Südkorea besiegte zunächst China im Halbfinale und anschließend Chinese Taipei im Endspiel.

Damit wurde das Team zum ersten offiziellen Asian-Games-Goldmedaillengewinner in League of Legends.

Faker gehörte gemeinsam mit Zeus, Kanavi, Chovy, Ruler und Keria zum Aufgebot.

Für Faker hat Gold diesmal eine andere Bedeutung

Bei den Spielen 2023 war die Goldmedaille für mehrere südkoreanische Profis zusätzlich wegen der Regelungen zum Militärdienst bedeutend.

Medaillengewinner bei bestimmten internationalen Sportveranstaltungen können in Südkorea besondere Ausnahmen beziehungsweise alternative Dienstregelungen erhalten.

Faker und seine damaligen Teamkollegen profitierten ebenfalls von diesem Status.

2026 spielt dieser Aspekt für Faker deshalb keine vergleichbare Rolle mehr.

Stattdessen geht es vor allem um die Titelverteidigung und darum, seine außergewöhnliche internationale Karriere um eine weitere Goldmedaille zu ergänzen.

Asian Games starten am 19. September

Die 20. Asian Games in Aichi-Nagoya finden vom 19. September bis 4. Oktober 2026 in Japan statt.

Mehr als 11.000 Athleten aus 45 Ländern und Regionen werden erwartet.

Esport gehört erneut zum offiziellen Programm.

Neben League of Legends werden unter anderem Mobile Legends: Bang Bang, Honor of Kings, Pokémon Unite, PUBG Mobile, Gran Turismo 7 und mehrere Fighting Games als Medaillenwettbewerbe ausgetragen.

Der genaue Zeitplan für den League-of-Legends-Wettbewerb soll separat bekannt gegeben werden.

Faker will als Titelverteidiger erneut ganz nach oben

Für Südkorea gibt es vor dem Turnier kaum ein anderes realistisches Ziel als Gold.

Der Kader ist mit Weltmeistern und international erfahrenen Spielern besetzt, China fehlt als traditionell stärkster Rivale und mit Faker steht einer der erfolgreichsten Esportler überhaupt erneut im Mittelpunkt.

Ein Selbstläufer wird das Turnier dennoch nicht.

Chinese Taipei und weitere asiatische Nationen verfügen ebenfalls über Spieler aus den stärksten Profiligen.

Faker selbst scheint sich von dieser Erwartungshaltung nicht beeindrucken zu lassen. Nach Silber 2018 und Gold 2023 soll seine dritte Teilnahme erneut auf dem obersten Podest enden – und Südkorea damit zum zweiten Mal in Folge League-of-Legends-Gold bei den Asian Games holen.

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Als Journalistin und Gamerin der ersten Stunde hat Rebekah Preuß die Entwicklung der Gaming-Branche hautnah miterlebt. Mit tiefem Branchenwissen, scharfsinnigem analytischen Blick und absoluter Leidenschaft für Gaming-Kultur leitet und betreut sie die deutsche Sektion von gamer.org.

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