Der Großteil des Studios arbeitet an The Elder Scrolls 6
In einem Interview mit Game Informer bestätigte Todd Howard, dass The Elder Scrolls 6 mittlerweile im Zentrum der Studioarbeit steht. „Der Großteil des Studios arbeitet an 6″, erklärte der Executive Producer. Diese Aussage markiert einen wichtigen Meilenstein, denn jahrelang stand Starfield im Fokus der Entwicklung.
Interessanterweise hatte Howard kurz zuvor erwähnt, dass Fallout das Franchise sei, „an dem das Team am härtesten arbeitet”. Diese scheinbar widersprüchlichen Aussagen erklärte er mit der Arbeitsweise bei Bethesda: „Wir arbeiten immer parallel. Wir sind sehr daran gewöhnt, Projekte gleichzeitig voranzutreiben.”
Qualität vor Geschwindigkeit
Todd Howard räumte ein, dass sowohl Fans als auch das Entwicklerteam sich eine schnellere Veröffentlichung wünschen würden. „Wir alle würden uns wünschen, es ginge etwas schneller – oder viel schneller –, aber wir möchten diesen Prozess richtig angehen”, betonte er. Die ausgedehnte Vorproduktionsphase sei entscheidend, um ein solides Fundament für das ambitionierte Rollenspiel zu schaffen.
Diese Philosophie spiegelt Bethesdas Anspruch wider, mit The Elder Scrolls 6 ein „Generationen-Spiel” zu erschaffen – ähnlich wie Skyrim, das seit 2011 Millionen Spieler begeistert.
Technologische Revolution seit Skyrim
Angela Browder, Studioleiterin bei Bethesda Game Studios, hob die enormen technologischen Fortschritte seit The Elder Scrolls 5: Skyrim hervor. „Die Branche, die Hardware und alles andere haben seit unserem letzten Spiel enorme Fortschritte gemacht”, sagte Browder. „Die Möglichkeiten, die Hardware, das Rendering – die Möglichkeiten sind einfach unglaublich!”
The Elder Scrolls 6 nutzt die Creation Engine 2, die bereits bei Starfield zum Einsatz kam. Diese überarbeitete Engine ermöglicht deutlich komplexere Welten, verbesserte KI-Systeme und realistischere Grafik. Bethesda setzt zudem auf Photogrammetrie-Technologie, um reale Landschaften zu digitalisieren.
Der GTA 6-Vergleich: Große Spiele brauchen Zeit
Emil Pagliarulo, Design Director bei Bethesda, verteidigte die lange Entwicklungszeit mit einem Verweis auf GTA 6. Das mit Spannung erwartete Rockstar-Spiel wurde 2025 erneut verschoben – eine Entscheidung, die Pagliarulo als „clever” bezeichnete.
„Spiele brauchen viel Zeit und werden ständig verschoben”, erklärte er. Ein Spiel der Größenordnung von The Elder Scrolls 6 oder GTA 6 benötige „nicht nur lange Entwicklungszeit, sondern auch viel Zeit zum Feinschliff und zur Fehlerbehebung.”
Pagliarulo stellte die entscheidende Frage: „Was wollen die Fans also wirklich? Ein Spiel, das zu früh erscheint und ihre Erwartungen nicht erfüllt? Oder ein Spiel, das lange genug im Ofen war, um am Ende perfekt zu sein?” Seine Antwort ist klar: „Deshalb werden wir uns die Zeit nehmen, die nötig ist, damit es großartig wird.”
Release-Zeitraum: Frühestens 2027 realistisch
Obwohl Bethesda keinen offiziellen Release-Termin genannt hat, deuten verschiedene Quellen auf einen Zeitraum ab 2027 hin. Geleakte Dokumente aus dem Gerichtsverfahren zwischen Microsoft und der FTC nannten intern „2026 oder später” als Zielzeitraum.
Phil Spencer, Chef von Xbox, äußerte sich im Juni 2023 und gab an, dass The Elder Scrolls 6 noch „mindestens fünf Jahre” entfernt sei. Das würde auf einen Release 2028 oder später hindeuten.
Im März 2024 bestätigte Bethesda zum 30. Jubiläum von The Elder Scrolls, dass frühe Builds des Spiels bereits intern getestet werden. Dies markiert den Übergang von der Vorproduktion zur aktiven Entwicklung.
Plattformen: Xbox und PC im Fokus
Nach der Übernahme von ZeniMax Media durch Microsoft im Jahr 2021 gehört Bethesda Game Studios zu Xbox Game Studios. Entsprechend wird The Elder Scrolls 6 voraussichtlich exklusiv für Xbox Series X/S und PC erscheinen.
Geleakte FTC-Dokumente nennen ausschließlich diese Plattformen. Eine PlayStation 5-Version ist derzeit nicht geplant, was einen deutlichen Strategiewechsel gegenüber Skyrim darstellt.
Setting: Hammerfell als wahrscheinlicher Schauplatz
Obwohl Bethesda den Schauplatz nicht offiziell bestätigt hat, deuten zahlreiche Hinweise auf Hammerfell als Setting hin. Der Teaser-Trailer von 2018 zeigt eine karge, bergige Küstenlandschaft, die zur Geografie Hammerfells passt.
Hammerfell ist die Heimat der Rothwardonen und bietet vielfältige Landschaften: von ausgedehnten Wüsten über Küstenregionen bis hin zu Gebirgen. Die Region hat eine reiche Geschichte, einschließlich Konflikten mit dem Aldmeri-Dominion.
Was Spieler erwarten können
Das Skill-System aus Skyrim kehrt voraussichtlich zurück, möglicherweise mit erweiterten Mechaniken. Bruce Nesmith, ehemaliger Design Director, deutete an, dass das „Du machst es und wirst dadurch besser darin”-Prinzip erhalten bleibt.
Die Kampfmechaniken von Skyrim sollen deutlich überarbeitet werden. Komplexere Magie-Kombinationen, verfeinerte Schleich-Mechaniken und dynamischere Nahkampf-Optionen sind zu erwarten. Bethesda möchte zudem die Kritik an den teils linearen Gilden-Questlinien aus Skyrim adressieren und mehr verzweigte Handlungsstränge bieten.
Die lange Wartezeit im Kontext
Die Zeitspanne zwischen Skyrim (2011) und The Elder Scrolls 6 (frühestens 2027) wäre mit mindestens 16 Jahren die längste zwischen zwei Hauptteilen der Reihe. Zum Vergleich: Zwischen Oblivion und Skyrim lagen nur fünf Jahre.
Diese Verzögerung hat mehrere Gründe: Bethesda konzentrierte sich zunächst auf Fallout 4 (2015), dann auf Fallout 76 (2018) und schließlich auf Starfield (2023). Erst nach Abschluss von Starfield konnte The Elder Scrolls 6 in die Vollproduktion gehen.
Todd Howard erklärte, dass das Team nach der intensiven Arbeit an Fallout 4 eine kreative Pause von der Fantasy-Welt brauchte. Die Arbeit an Starfield habe das Team revitalisiert und mit frischer Energie für die Rückkehr nach Tamriel ausgestattet.
Geduld wird belohnt
The Elder Scrolls 6 befindet sich in aktiver Entwicklung, und die jüngsten Aussagen von Bethesda zeigen, dass das Projekt stetig voranschreitet. Die Parallele zu GTA 6 verdeutlicht, dass Spiele dieser Größenordnung Zeit brauchen, um den hohen Erwartungen gerecht zu werden.
Während Fans sich noch mehrere Jahre gedulden müssen, verspricht die Kombination aus moderner Technologie, erfahrenem Entwicklerteam und der bewährten Elder-Scrolls-Formel ein Rollenspiel, das eine neue Ära definieren könnte.