Blizzard hat auf der BlizzCon 2026 überraschend Diablo 5 angekündigt. Der nächste Hauptteil der Action-RPG-Reihe soll im Frühjahr 2029 für PC und Konsolen erscheinen und setzt rund ein Jahrhundert nach Diablo 4 an. Die Ausgangslage könnte kaum düsterer sein: Die bisherigen Helden sind gescheitert, Sanctuary wurde von Dämonen überrannt und Diablo hat den Krieg gewonnen.
Diablo 5 erscheint im Frühjahr 2029
Die Ankündigung erfolgte während der Eröffnungszeremonie der BlizzCon 2026.
Damit liegt zwischen Diablo 4 und seinem direkten Nachfolger ein Abstand von rund sechs Jahren. Diablo 4 erschien ursprünglich im Juni 2023.
Ein konkretes Veröffentlichungsdatum gibt es noch nicht. Blizzard nennt bislang lediglich Frühjahr 2029 als Release-Zeitraum.
Der Entwickler macht außerdem deutlich, dass sich das Spiel noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet. Viele Systeme können sich bis zur Veröffentlichung entsprechend noch verändern.
Ab 2027 möchte Blizzard regelmäßig neue Informationen zur Entwicklung veröffentlichen.
Zum ersten Mal beginnt Diablo nach der Apokalypse
Die vielleicht größte Besonderheit von Diablo 5 ist seine Ausgangslage.
In früheren Teilen versuchten die Helden immer wieder, Sanctuary vor der vollständigen Vernichtung zu bewahren.
Dieses Mal ist das bereits gescheitert.
Diablo hat gewonnen.
Die Engel wurden praktisch ausgelöscht, die bekannten Helden sind verschwunden und große Teile von Sanctuary stehen unter der Kontrolle dämonischer Armeen.
Spieler sollen also nicht verhindern, dass die Welt untergeht. Sie beginnen ihre Reise in einer Welt, in der der Untergang bereits stattgefunden hat.
Rund 100 Jahre nach Diablo 4
Die Handlung soll ungefähr ein Jahrhundert nach den Ereignissen von Diablo 4 spielen.
Dadurch kann Blizzard große Teile der bekannten Welt deutlich verändern.
Städte, politische Strukturen und ganze Regionen könnten innerhalb dieses Zeitraums verschwunden oder vollständig umgestaltet worden sein.
Gleichzeitig eröffnet der große Zeitsprung Möglichkeiten für neue Figuren und Geschichten, ohne sämtliche Ereignisse aus Diablo 4 unmittelbar fortsetzen zu müssen.
Blizzard beschreibt Diablo 5 deshalb als Beginn einer neuen Ära für die Reihe.
Spieler werden zum Erben von Westmark
Auch zur Rolle des Hauptcharakters gibt es bereits erste Hinweise.
Spieler übernehmen offenbar den sogenannten “Heir to Westmarch”, also einen Erben beziehungsweise Nachfolger von Westmark.
Statt von einer sicheren Stadt aus regelmäßig in die Wildnis aufzubrechen, soll sich der Charakter gemeinsam mit einer wachsenden Karawane aus Überlebenden durch das zerstörte Sanctuary bewegen.
Diese Karawane könnte damit eine zentrale Rolle im Spielfortschritt übernehmen.
Blizzard hat bislang allerdings noch nicht vollständig erklärt, wie stark sich dieses System auf Quests, Crafting oder die offene Spielwelt auswirkt.
Drei Klassen wurden bereits vorgestellt
Für ein Spiel, das erst 2029 erscheinen soll, hat Blizzard überraschend früh erste Klassen genannt.
Der Dämonenjäger kehrt zurück.
Auch der Mönch ist wieder dabei.
Komplett neu ist dagegen der Plague Knight.
Wie genau sich der Seuchenritter spielt, wurde noch nicht vollständig gezeigt. Der Name deutet jedoch bereits auf eine Mischung aus schwerer Bewaffnung, Krankheiten und möglicherweise Schaden-über-Zeit-Effekten hin.
Blizzard möchte langfristig offenbar mehr spielbare Klassen anbieten als in früheren Diablo-Spielen.
Welche weiteren Archetypen zum Launch gehören, bleibt offen.
Diablo 2 dient erneut als großes Vorbild
Bei den Gegenständen orientiert sich Blizzard bewusst stärker an Diablo 2.
Das Entwicklerteam möchte Items wieder klarer voneinander unterscheiden und dafür sorgen, dass einzelne Funde länger im Gedächtnis bleiben.
Dazu sollen unter anderem klassische Attributsvoraussetzungen für Ausrüstung zurückkehren.
Auch die Größe eines Gegenstandes spielt im Inventar wieder eine Rolle. Größere Waffen und Rüstungsteile belegen entsprechend mehr Felder.
Damit entfernt sich Blizzard teilweise vom stark vereinfachten Inventarsystem modernerer Teile und greift bewusst ältere Diablo-Ideen wieder auf.
Sets, Runen und Runenwörter kehren zurück
Auch mehrere bekannte Systeme feiern ein Comeback.
Ausrüstungssets sollen wieder eine Rolle spielen.
Runen und Runenwörter orientieren sich ebenfalls deutlich an Diablo 2.
Blizzard plant zudem ein umfangreiches Crafting-System, das auf Erfahrungen aus Diablo 4 und insbesondere Lord of Hatred aufbauen soll.
Wie frei Spieler Gegenstände verändern und herstellen können, befindet sich allerdings noch in Entwicklung.
Das Ziel scheint klar: Loot soll wieder stärker zum langfristigen Kern des Spiels werden.
Dungeons werden wieder stärker zufällig generiert
Auch bei der Weltstruktur soll sich Diablo 5 von seinem Vorgänger unterscheiden.
Blizzard möchte prozedural generierte Dungeons wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
Diablo 4 setzte zwar ebenfalls auf zahlreiche Dungeons, deren grundlegende Struktur und Ziele wirkten aber häufig sehr ähnlich.
Für den Nachfolger verspricht das Team mehr Variation.
Wie groß die zufälligen Elemente tatsächlich ausfallen, lässt sich in dieser frühen Entwicklungsphase allerdings noch nicht beurteilen.
Diablo selbst kehrt endlich zurück
Bemerkenswert ist natürlich auch der Name des Gegners.
Diablo 4 trägt zwar den Namen des Herrn des Schreckens, Diablo selbst spielte dort jedoch zunächst keine zentrale aktive Rolle.
Im fünften Hauptteil ändert sich das grundlegend.
Diablo ist zurück und hat Sanctuary bereits unterworfen.
Damit steht erstmals seit längerer Zeit wieder der Namensgeber der Serie direkt im Mittelpunkt der Handlung.
Welche Form Diablo angenommen hat und wie mächtig er nach seinem Sieg geworden ist, hält Blizzard noch geheim.
Diablo 4 wird trotzdem weiter unterstützt
Die Ankündigung von Diablo 5 bedeutet nicht, dass Diablo 4 sofort beendet wird.
Blizzard möchte das aktuelle Spiel noch längere Zeit mit Seasons und weiteren Updates versorgen.
Große neue Erweiterungen sind nach Lord of Hatred derzeit allerdings nicht mehr geplant.
Der Fokus des Teams verschiebt sich zunehmend auf saisonale Inhalte für Diablo 4 und gleichzeitig auf die Entwicklung von Diablo 5.
2027 erscheint zudem noch die Amazone als zusätzliche Klasse für Diablo 4.
Auch die Switch-2-Version steht kurz bevor
Parallel zur Diablo-5-Ankündigung hat Blizzard die Age of Hatred Collection für Nintendo Switch 2 bestätigt.
Diese erscheint bereits am 15. September 2026.
Enthalten sind das Hauptspiel sowie Vessel of Hatred und Lord of Hatred.
Damit erreicht Diablo 4 erstmals aktuelle Nintendo-Hardware, während im Hintergrund bereits der nächste Hauptteil entwickelt wird.
Netflix-Serie erweitert das Diablo-Universum
Auch außerhalb der Spiele soll die Marke wachsen.
Blizzard arbeitet gemeinsam mit Netflix an einer animierten Diablo-Serie.
Details zur Handlung gibt es noch nicht.
Ebenso fehlen ein Veröffentlichungstermin und Informationen darüber, ob bekannte Figuren aus den Spielen auftreten werden.
Die Serie ist damit ein weiterer Bestandteil von Blizzards Versuch, Diablo langfristig als größere Entertainment-Marke aufzubauen.
Der ungewöhnlich frühe Reveal ist Absicht
Dass Blizzard Diablo 5 mehr als zwei Jahre vor dem geplanten Release ankündigt, ist kein Zufall.
Das Studio möchte die Community früher in die Entwicklung einbeziehen und ab 2027 regelmäßig über neue Systeme, Klassen und Designentscheidungen sprechen.
Damit soll Feedback bereits während der Produktion berücksichtigt werden.
Für Fans bedeutet das allerdings auch, dass viele der aktuell vorgestellten Ideen noch nicht endgültig sind.
Bis Frühjahr 2029 kann sich bei Klassen, Itemization, Dungeons und anderen Systemen noch einiges verändern.
Diablo 5 soll die Reihe neu ausrichten
Die bisher bekannten Informationen zeigen bereits, dass Blizzard nicht einfach Diablo 4 mit neuer Geschichte fortsetzen möchte.
Das gefallene Sanctuary verändert die komplette Ausgangslage.
Dazu kommen eine mobile Überlebenden-Karawane, wieder stärker an Diablo 2 orientierte Gegenstände, Runenwörter, Sets und eine neue Klasse.
Besonders spannend ist jedoch die erzählerische Grundidee.
Die Frage lautet diesmal nicht mehr, ob Diablo aufgehalten werden kann.
Er hat bereits gewonnen.
Wenn Diablo 5 im Frühjahr 2029 erscheint, müssen Spieler deshalb herausfinden, wie man eine Welt rettet, die eigentlich längst verloren ist.