Crimson Desert PC: DLSS Ray Reconstruction und FSR Ray Regeneration verwandeln die Beleuchtung – ein technischer Tiefenblick

Die PC-Version von Crimson Desert setzt auf Machine-Learning-Denoiser von Nvidia und AMD, die die Raytracing-Qualität dramatisch verbessern – laut Digital Foundry fast wie ein RT-Ein/Aus-Schalter. Was steckt hinter der Technologie, welche Hardware braucht man, und wie schlägt sich die PS5 Pro im Vergleich?

 

Crimson Desert von Pearl Abyss gehört zu den technisch ambitioniertesten Spielen des Jahres 2026. Während die Konsolenversionen für PS5 und Xbox Series X/S bereits beeindruckende Bilder liefern, zeigt die PC-Version dank zweier Machine-Learning-Technologien von Nvidia und AMD, was grafisch wirklich möglich ist. Digital Foundry hat die Unterschiede analysiert – und das Ergebnis ist eindeutig: Die ML-Denoiser verändern die Beleuchtungsqualität so drastisch, dass der Effekt laut den Analysten eher einem vollständigen Raytracing-Ein/Aus-Schalter gleicht als einer bloßen Optimierungsmaßnahme. Was das konkret bedeutet, welche Hardware benötigt wird und wie sich die PS5 Pro im Vergleich schlägt – ein umfassender technischer Überblick.

Raytracing in Crimson Desert: Die technische Ausgangslage

Crimson Desert basiert auf der hauseigenen BlackSpace Engine von Pearl Abyss – einer proprietären Technologie, die speziell für die Anforderungen des Spiels entwickelt wurde und laut einem ehemaligen Entwickler der Unreal Engine 5 in mehreren Bereichen überlegen ist. Ein zentrales Element dieser Engine ist die tiefe Integration von Raytracing in die globale Beleuchtungsarchitektur des Spiels.

Konkret bedeutet das: Ein Großteil der indirekten Beleuchtung in Crimson Desert basiert auf Raytracing. Um die Technik auf verschiedenen Plattformen performant umzusetzen, arbeitet das Spiel jedoch mit stark reduzierten Strahlenwerten:

  • Globale Beleuchtung: 1/16 Strahlen pro Pixel
  • Raytracing-Reflexionen: Berechnung in Viertelauflösung

Diese Optimierungen sind notwendig, um stabile Frameraten auf unterschiedlicher Hardware zu gewährleisten – führen aber zu sichtbaren Einschränkungen. Der standardmäßige Denoiser, der die reduzierten Strahlenwerte hochrechnet, kann laut Digital Foundry dazu führen, dass Beleuchtung flach wirkt, Objekte nicht korrekt beschattet werden und Vegetation kaum beleuchtet erscheint. Hier setzt die Machine-Learning-Technologie an.

DLSS Ray Reconstruction vs. FSR Ray Regeneration: Was leisten die ML-Denoiser?

Beide Technologien verfolgen dasselbe Ziel: Sie ersetzen den Standard-Denoiser durch ein trainiertes ML-Modell, das die Beleuchtungsinformationen aus den reduzierten Strahlenwerten deutlich präziser rekonstruiert. Das Ergebnis ist eine Bildqualität, die weit über das hinausgeht, was mit klassischen Denoising-Algorithmen möglich ist.

ML-Denoiser im Vergleich: DLSS Ray Reconstruction vs. FSR Ray Regeneration vs. Standard
Merkmal Standard-Denoiser DLSS Ray Reconstruction (Nvidia) FSR Redstone Ray Regeneration (AMD)
Technologie Klassischer Algorithmus Neuronales Netz (Tensor Cores) ML-Modell (RDNA-optimiert)
Schattenqualität Flach, ungenau Deutlich klarer, präziser Deutlich klarer, präziser
Reflexionen Unscharf, artefaktbehaftet Präzise, detailreich Präzise, detailreich
Vegetation Kaum beleuchtet Korrekt beleuchtet Korrekt beleuchtet
Performance-Einfluss Kein Mehraufwand ca. 14% weniger FPS (RTX 5080, 4K) ca. 24% weniger FPS (RX 9070 XT)
Kompatibilität Alle GPUs Nvidia RTX (Turing+) AMD RDNA 2+

Digital Foundry fasst den visuellen Unterschied treffend zusammen: „Die Verbesserung der Lichtqualität ist enorm – oft wirkt es eher wie ein einfacher Schalter zum Ein- und Ausschalten von Raytracing als eine bloße Änderung der Denoising-Technologie.” Besonders bei Szenen mit Geometrie wie Rohren, Überhängen oder dicht bewachsenen Bereichen ist der Unterschied mit bloßem Auge deutlich erkennbar.

Performance-Kosten: Was kostet die bessere Bildqualität?

Die höhere Bildqualität durch ML-Denoiser hat einen messbaren Einfluss auf die Leistung. In der Digital-Foundry-Analyse wurden folgende Werte gemessen:

  • RTX 5080 im 4K Performance Mode: ca. 14 Prozent weniger Leistung mit aktiviertem DLSS Ray Reconstruction
  • RX 9070 XT mit FSR-4-Upscaling: ca. 24 Prozent geringere Framerate mit FSR Ray Regeneration

Der höhere Performance-Einfluss bei AMD-Hardware ist auf die unterschiedliche Architektur der ML-Beschleuniger zurückzuführen. Nvidias Tensor Cores sind speziell für neuronale Netzberechnungen optimiert, während AMDs RDNA-Architektur diese Aufgaben über allgemeinere Shader-Einheiten abwickelt. In der Praxis bedeutet das: Nvidia-Nutzer profitieren stärker von Ray Reconstruction, während AMD-Nutzer bei Ray Regeneration mehr Leistung opfern müssen.

Hardware-Empfehlung: Was brauche ich für Crimson Desert?

Crimson Desert PC: Hardware-Empfehlung nach Qualitätsstufe
Qualitätsstufe GPU (Nvidia) GPU (AMD) Auflösung / Ziel-FPS Geschätzte Systemkosten
Einsteiger (ohne RT) RTX 4060 RX 7600 1080p / 60 FPS ca. 800–1.000 Euro
Mittelklasse (RT aktiv) RTX 4070 Super RX 7900 GRE 1440p / 60 FPS ca. 1.200–1.600 Euro
High-End (ML-Denoiser) RTX 5080 RX 9070 XT 4K / 60 FPS ca. 2.400–3.600 Euro
Ultra (native 4K, max. Details) RTX 5090 4K / 60+ FPS nativ ab 4.000 Euro

Die Systemkosten verdeutlichen das Dilemma: Wer Crimson Desert in maximaler Qualität mit aktiviertem ML-Denoiser in 4K erleben möchte, muss tief in die Tasche greifen. Ein High-End-System mit RTX 5080 und 32 GB RAM kostet aktuell rund 2.400 bis 3.600 Euro – deutlich mehr als die PS5 Pro, die für rund 800 Euro erhältlich ist.

PS5 Pro im Vergleich: Starke Leistung für den Preis

Pearl Abyss zeigt sich bei den Konsolenversionen von Crimson Desert auffällig zurückhaltend mit technischen Details. Eine Ausnahme bildet die PS5 Pro: Digital Foundry erhielt die Gelegenheit, die Performance auf Sonys Premium-Konsole zu analysieren – und zeigte sich beeindruckt.

Die PS5 Pro bietet gegenüber der Standard-PS5 deutlich mehr GPU-Leistung sowie Zugang zu PSSR (PlayStation Spectral Super Resolution), Sonys eigenem ML-basierten Upscaling-Verfahren. Damit kann die Konsole Raytracing-Inhalte in höherer Qualität darstellen als die Basis-PS5 – wenn auch nicht auf dem Niveau eines High-End-PCs mit aktiviertem DLSS Ray Reconstruction.

Für den Preis von 800 Euro liefert die PS5 Pro ein beeindruckendes Preis-Leistungs-Verhältnis: Wer ein vergleichbares Erlebnis auf dem PC erreichen möchte, zahlt das Drei- bis Vierfache. Die entscheidende Frage bleibt, wie Pearl Abyss die Grafik auf der Standard-PS5, Xbox Series X und insbesondere der Xbox Series S skaliert hat – Details dazu stehen noch aus.

Die BlackSpace Engine: Warum Pearl Abyss auf eine eigene Engine setzt

Während die meisten Blockbuster-Produktionen auf die Unreal Engine 5 setzen, geht Pearl Abyss mit der hauseigenen BlackSpace Engine einen eigenen Weg. Diese Entscheidung hat technische Konsequenzen: Die Engine wurde speziell für die Anforderungen von Crimson Desert entwickelt und optimiert – was sowohl Vorteile als auch Risiken mit sich bringt.

Vorteile der BlackSpace Engine gegenüber Unreal Engine 5:

  • Tiefe Raytracing-Integration: RT ist kein nachträgliches Feature, sondern integraler Bestandteil der Beleuchtungsarchitektur
  • Optimierte Performance: Die Engine wurde über Jahre für Crimson Desert optimiert, was zu stabiler Performance auf unterschiedlicher Hardware führt
  • Keine Lizenzkosten: Pearl Abyss zahlt keine Engine-Lizenzgebühren an Epic Games
  • Volle Kontrolle: Anpassungen und Optimierungen können ohne Abhängigkeit von externen Updates vorgenommen werden

Laut einem ehemaligen Entwickler lässt die BlackSpace Engine die Unreal Engine 5 in mehreren technischen Bereichen alt aussehen – insbesondere bei der Raytracing-Implementierung und der Skalierbarkeit auf unterschiedlicher Hardware.

Crimson Desert: Mehr als nur Technik

Abseits der technischen Diskussion ist Crimson Desert ein Open-World-Action-Adventure, das am 19. März 2026 für PS5, Xbox Series X/S und PC erscheint. Spieler begleiten den Söldner Kliff auf dem fiktiven Kontinent Pywel – einer konfliktreichen Fantasywelt, in der er nach einem Angriff auf seine Gruppe seine Gefährten sucht.

Das Spiel bietet neben dem Hauptstory-Pfad eine Vielzahl von Aktivitäten:

  • Erkundung: Eine weitläufige Open World mit versteckten Geheimnissen und Panoramen
  • Kampfsystem: Dynamische Kämpfe gegen eine Vielzahl von Gegnern und Bossen
  • Crafting: Ressourcen sammeln und Ausrüstung herstellen
  • Jagen und Reiten: Wildtiere jagen und die Welt zu Pferd erkunden

Die technische Qualität der PC-Version macht Crimson Desert zu einem ernsthaften Kandidaten für den nächsten Grafik-Benchmark – einem Titel, der zeigt, was mit moderner Hardware und einer gut optimierten Engine möglich ist. Ob das Spiel auch spielerisch überzeugt, werden die ersten Reviews zeigen.

Technologischer Meilenstein mit Preisschild

Crimson Desert setzt mit seiner ML-Denoiser-Implementierung einen neuen Maßstab für Raytracing-Qualität in Open-World-Spielen. DLSS Ray Reconstruction und FSR Ray Regeneration liefern Ergebnisse, die mit klassischen Denoising-Algorithmen schlicht nicht erreichbar sind – und das bei einem Spiel, das Raytracing als integralen Bestandteil seiner Beleuchtungsarchitektur nutzt, nicht als nachträgliches Feature.

Der Haken: Das volle Potenzial der Technologie ist an High-End-Hardware gebunden, die für viele Spieler schlicht nicht erschwinglich ist. Die PS5 Pro bietet einen attraktiven Mittelweg – starke Bildqualität zu einem Bruchteil der PC-Kosten. Für alle anderen gilt: Auch ohne ML-Denoiser ist Crimson Desert ein visuell beeindruckendes Spiel, das auf breiter Hardware spielbar ist. Die ML-Technologie ist das Sahnehäubchen – kein Pflichtprogramm.

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Luca ist leidenschaftlicher Gamer, Tech-Enthusiast und seit 2023 fester Bestandteil des Redakteursteams bei gamer.org. Ob aktuelle AAA-Releases, Indie-Highlights oder tiefgründige Analysen zu Game-Design – Luca liefert fundierte Inhalte mit persönlicher Note. Besonders schlägt sein Herz für Action-Adventures, Soulslikes und alles rund um kompetitives Multiplayer-Gaming. Mit einem Blick für Details und einem Gespür für Trends bringt er komplexe Themen verständlich auf den Punkt. Neben Gaming interessiert er sich für Popkultur, Storytelling und die Zukunft der Spieleindustrie. Seine Reviews und Meinungen sind ehrlich, kritisch – und immer nah an der Community.

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