Battlefield 6 in der Kritik: Negative Steam-Bewertungen nach RedSec-Start und aggressiver Werbung

Nur wenige Wochen nach dem Launch von Season 1 und dem Free2Play-Ableger RedSec steht Battlefield 6 erneut im Kreuzfeuer der Kritik. Auf Steam ist die Bewertung des Shooters laut aktuellen Daten auf nur noch 68 % positive Reviews gefallen – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Releasewert. Während deutschsprachige Rezensionen noch überwiegend positiv ausfallen, häufen sich international negative Stimmen, die DICE und EA vorwerfen, den Fokus vom Hauptspiel verloren zu haben.

Von Season 1 zu RedSec: Die Community reagiert gereizt

Der Unmut der Spieler entzündete sich vor allem an der zeitgleichen Veröffentlichung von Season 1 und dem neuen Battle-Royale-Modus Battlefield RedSec. Während der kostenlose Ableger auf große Zerstörung, 100-Spieler-Maps und Seekriegsführung setzt, müssen Käufer der Vollversion mit kleineren Arenen wie Blackwell Fields oder Sobek vorliebnehmen – und fühlen sich laut Forenkommentaren „abgehängt“.

Viele Veteranen kritisieren zudem das Premium-Battle-Pass-System, das mit aggressiven Pop-up-Werbungen und zeitlich begrenzten Angeboten im Menü beworben wird. Selbst Premium-Käufer der Vollversion erhalten diese Einblendungen regelmäßig, was bei der Community für großen Ärger sorgt. „Ich bezahle für das Hauptspiel und bekomme Werbung für Mikrotransaktionen mitten ins Gesicht“, schreibt ein Steam-Nutzer mit über 400 Spielstunden.

Steam-Bewertungen und Nutzerkommentare

Die wachsende Frustration zeigt sich in den Nutzerwertungen. Der Shooter steht aktuell bei 68 % positiven Rezensionen aus über 150.000 Bewertungen. Besonders die letzten 30 Tage zeigen einen deutlichen Abwärtstrend, was auf die jüngsten Änderungen zurückzuführen ist. Viele Spieler monieren, dass DICE mit RedSec den falschen Fokus setze, während grundlegende Probleme des Hauptspiels weiterbestehen – etwa unbalancierte Waffen, kleinere Karten und technische Bugs.

Ein Reddit-Beitrag mit über 10.000 Upvotes fasst die Stimmung zusammen: „Das Battle Royale bekommt alles, was Battlefield groß gemacht hat – Zerstörung, Chaos, Dynamik. Das Hauptspiel bekommt kleine Fleischwolf-Karten für 64 Spieler. Falsche Prioritäten.“

Infobox: Aktuelle Spielerbewertungen (Stand Oktober 2025)

  • Steam-Gesamtbewertung: 68 % positiv (von 154.189 Rezensionen)
  • Letzte 30 Tage: 61 % positiv
  • Top-Kritikpunkte: Pop-up-Werbung, kleine Maps, fehlende Zerstörung
  • Positiv bewertet: Grafik, Sounddesign, Performance-Stabilität
  • Aktive Spielerzahlen: Ø 82.000 täglich (SteamDB)

Pop-up-Werbung sorgt für Empörung

Der größte Aufreger betrifft die Werbeeinblendungen für Battle Pass-Inhalte, die bei jedem Spielstart erscheinen. Diese erinnern viele Spieler an Mobile-Games und stehen im krassen Gegensatz zur Premium-Preisstruktur des Hauptspiels. Kritiker sprechen von einem „EA-Klassiker“, der Einnahmen maximieren soll, während die eigentlichen Inhalte auf der Strecke bleiben.

Selbst langjährige Fans reagieren enttäuscht. Ein Spieler schreibt auf Steam: „Battlefield 6 hätte beweisen können, dass klassische Serien auch heute noch relevant sind. Stattdessen ist es ein Schaufenster für Mikrotransaktionen geworden.“

RedSec als zweischneidiges Schwert

Der Free2Play-Ableger RedSec wird grundsätzlich positiv bewertet – das Gameplay sei dynamisch und die Zerstörungsmechanik deutlich umfangreicher als im Hauptspiel. Doch genau das sorgt für Konflikte: Spieler fühlen sich betrogen, weil das kostenlose Spin-off Features bietet, die in der Vollversion fehlen. Der Übergang zwischen beiden Modi wirkt unausgewogen und untergräbt laut Kritikern den Wert der Hauptlizenz.

Gleichzeitig wird DICE zugutegehalten, dass der technische Zustand des Spiels stabiler ist als zum Launch. Performance und Netcode gelten als weitgehend verbessert, was die Frustration über Designentscheidungen jedoch kaum abmildert.

Vergleich zu früheren Battlefield-Teilen

Im Vergleich zu Battlefield 3 oder Battlefield 4 fällt insbesondere die Kartengröße und spielerische Freiheit deutlich kleiner aus. Viele Fans vermissen die typischen Sandbox-Schlachten mit großflächiger Zerstörung und taktischer Tiefe. Stattdessen dominieren enge Gefechte und kurze Rundenzeiten – ein klarer Versuch, den Markttrend Richtung Call of Duty zu bedienen.

Analysten bewerten diese Designrichtung als riskant. Während RedSec neue Zielgruppen anzieht, entfremdet sie die treue Fanbasis. Eine ähnliche Entwicklung war bereits bei Battlefield 2042 zu beobachten, dessen anfängliche Fehlentscheidungen erst nach mehreren Seasons korrigiert wurden.

Marktausblick und Reaktion von EA

Bisher hat sich EA nicht offiziell zu den negativen Steam-Wertungen geäußert. Interne Quellen deuten jedoch darauf hin, dass Feedback aktiv gesammelt wird und Anpassungen für die zweite Season geplant sind. Unter anderem sollen neue, größere Karten und mehr dynamische Elemente folgen, um den klassischen Battlefield-Stil wieder stärker zu betonen.

In einem Analystenbericht von GamesIndustry.biz wird vermutet, dass EA und DICE mit RedSec ein zweigleisiges Modell verfolgen wollen: Premium-Spieler sollen durch kosmetische Belohnungen gehalten, Free2Play-Spieler durch stetige Events monetarisiert werden. Ob dieser Spagat langfristig gelingt, bleibt unklar.

Ein Spiel zwischen zwei Welten

Mit Season 1 und RedSec hat Battlefield 6 zwar neuen Schwung bekommen, doch die Kehrseite ist ein Vertrauensverlust bei der Stammspielerschaft. Zu viel Werbung, zu kleine Karten und eine wahrgenommene Ungleichbehandlung zwischen Hauptspiel und Free2Play-Modus trüben das Bild. Die kommenden Monate werden zeigen, ob DICE die Balance zwischen Monetarisierung und Spielspaß wiederherstellen kann – oder ob Battlefield 6 endgültig zum Symbol für den Verlust alter Shooter-Tugenden wird.

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Luca ist leidenschaftlicher Gamer, Tech-Enthusiast und seit 2023 fester Bestandteil des Redakteursteams bei gamer.org. Ob aktuelle AAA-Releases, Indie-Highlights oder tiefgründige Analysen zu Game-Design – Luca liefert fundierte Inhalte mit persönlicher Note. Besonders schlägt sein Herz für Action-Adventures, Soulslikes und alles rund um kompetitives Multiplayer-Gaming. Mit einem Blick für Details und einem Gespür für Trends bringt er komplexe Themen verständlich auf den Punkt. Neben Gaming interessiert er sich für Popkultur, Storytelling und die Zukunft der Spieleindustrie. Seine Reviews und Meinungen sind ehrlich, kritisch – und immer nah an der Community.

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